Pakistan verschiebt LNG-Importe aus Katar auf 2026
Überschuss und sinkende Energienachfrage führen zu Neuverhandlungen und Anpassungen

Pakistan hat die Vereinbarung zum Kauf von verflüssigtem Erdgas (LNG) aus Katar um ein Jahr verschoben. Der pakistanische Erdölminister Musadik Malik erklärte, dass die Lieferung der vereinbarten LNG-Frachten nun im Jahr 2026 statt im Jahr 2025 erfolgen soll. Grund für die Entscheidung sei ein Überschuss an LNG im Land. Malik betonte, dass es keine finanziellen Strafen für die Verschiebung gebe, da der Auftrag nicht storniert wurde.
Der Energieverbrauch in Pakistan, das mehr als ein Drittel seines Stroms aus Erdgas gewinnt, ist laut dem Energieministerium in den letzten drei Quartalen um 8 bis 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Dies sei vor allem auf höhere Tarife zurückzuführen, die den Verbrauch der Haushalte dämpfen. Bereits im November hatte die Regierung angekündigt, die Stromtarife während der Wintermonate zu senken, um den Verbrauch anzukurbeln und den Einsatz von Erdgas zum Heizen zu reduzieren.
Neben den fünf bereits verschobenen LNG-Lieferungen aus Katar verhandelt Pakistan auch über die Verschiebung von fünf weiteren Lieferungen aus anderen Märkten. Die Namen der betroffenen Verkäufer wurden nicht bekanntgegeben. Gleichzeitig hat das Land seit Ende 2023 keine LNG-Lieferungen mehr auf dem Spotmarkt gekauft. Ein für Januar geplanter Spotmarktauftrag wurde ebenfalls aufgrund von Überschüssen und mangelnder Nachfrage nach den hohen Spotmarktpreisen abgesagt.
Musadik Malik dementierte außerdem Berichte über den Abschluss eines neuen Abkommens zur monatlichen Einfuhr von Rohöl aus Russland ab Januar. Zwar habe seine Regierung die Verhandlungen mit Russland wieder aufgenommen, jedoch seien noch mehrere Hürden zu überwinden, darunter Fragen zu Versicherung, Rückversicherung, der Struktur des Geschäfts, den Schifffahrtslinien und der Größe der Schiffsladungen. Ein früheres Abkommen zwischen beiden Ländern, das 2023 geschlossen wurde, beinhaltete eine Lieferung von 100.000 Tonnen Rohöl an die staatseigene Pakistan Refinery Limited. Dieses Öl wurde zu einem ermäßigten Preis in chinesischen Yuan bezahlt.
Die frühere Interimsregierung Pakistans hatte beschlossen, keine weiteren Regierungsabkommen mit Russland zu verfolgen und stattdessen den privaten Sektor einzubinden. Malik betonte, dass die aktuellen Gespräche darauf abzielen, bestehende Hindernisse aus dem Weg zu räumen, um eine mögliche Einigung zu erzielen. Ein neues Abkommen sei jedoch bisher nicht zustande gekommen.
