Neun Tote bei Angriff auf Bergwerk in Pakistan
Bewaffnete Männer greifen ein Kupfer- und Goldprojekt in der unruhigen Provinz Belutschistan an und töten mindestens neun Menschen.

Bei einem Angriff bewaffneter Männer auf ein Bergbauprojekt in der pakistanischen Provinz Belutschistan sind am Mittwochabend mindestens neun Menschen getötet worden. Das teilten örtliche Behörden mit. Unter den Opfern befinden sich auch zwei Sicherheitskräfte, wie ein lokaler Beamter gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters unter der Bedingung der Anonymität bestätigte.
Ziel des Angriffs war die Darigwan-Lagerstätte, ein Kupfer- und Goldprojekt des pakistanischen Unternehmens National Resources im Südwesten Belutschistans. Das Unternehmen erklärte, die Sicherheitskräfte hätten das Gebiet inzwischen gesichert. Weitere Details zum Hergang des Angriffs oder zu möglichen Tätern nannte das Unternehmen zunächst nicht.
Belutschistan: Rohstoffreiche Region mit hohem Sicherheitsrisiko
Belutschistan gilt als eine der rohstoffreichsten, aber auch unruhigsten Regionen Pakistans. Die Provinz grenzt an Afghanistan und den Iran und ist seit Jahrzehnten Schauplatz von Konflikten zwischen staatlichen Sicherheitskräften und separatistischen sowie militanten Gruppen. Trotz ihrer enormen Bodenschätze zählt Belutschistan zu den wirtschaftlich am wenigsten entwickelten Regionen des Landes.
Der Angriff auf die Darigwan-Lagerstätte unterstreicht die anhaltenden Sicherheitsrisiken für Bergbauunternehmen in der Region. Erst im vergangenen Monat hatte der kanadische Bergbaukonzern Barrick Mining bekanntgegeben, die Überprüfung seines Kupfer-Gold-Projekts Reko Diq in Belutschistan angesichts steigender Sicherheitsrisiken zu verlängern. Reko Diq gilt als eines der größten unerschlossenen Kupfer-Gold-Vorkommen der Welt.
Bedeutung für den Rohstoffsektor
Die Vorfälle in Belutschistan werfen ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, mit denen Bergbauunternehmen in politisch instabilen Regionen konfrontiert sind. Investoren und Unternehmen müssen in solchen Gebieten nicht nur wirtschaftliche, sondern auch erhebliche geopolitische und sicherheitspolitische Risiken einkalkulieren. Für internationale Bergbaukonzerne, die an pakistanischen Projekten beteiligt sind oder Beteiligungen prüfen, dürften die jüngsten Ereignisse die Risikoabwägungen weiter erschweren.
Die pakistanische Regierung steht vor der Herausforderung, einerseits ausländische und inländische Investitionen in den Rohstoffsektor zu fördern und andererseits die Sicherheit in der Konfliktregion zu gewährleisten. Belutschistan beherbergt neben Kupfer und Gold auch bedeutende Vorkommen an Kohle, Erdgas und anderen Mineralien, die für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes von strategischer Bedeutung sind.
