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Iran beschlagnahmt MSC-Schiffe nahe Straße von Hormus

Zwei Containerschiffe mit rund 40 Besatzungsmitgliedern werden nach Bandar Abbas gebracht – Ölpreise steigen auf 104 Dollar.

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Iran beschlagnahmt MSC-Schiffe nahe Straße von Hormus

Zwei Containerschiffe, die von iranischen Revolutionsgarden nahe der Straße von Hormus beschlagnahmt wurden, sind in Richtung des iranischen Hafens Bandar Abbas gebracht worden. An Bord befinden sich rund 40 Besatzungsmitglieder. Die Aktion erfolgte als Vergeltung, nachdem US-Streitkräfte am 19. April das iranische Frachtschiff Touska beschossen und festgesetzt hatten.

Eines der beschlagnahmten Schiffe ist die MSC Francesca, die von MSC – der weltweit größten Containerreederei – betrieben wird. Das zweite Schiff, die Epaminondas, wurde laut drei Quellen von MSC gechartert. MSC lehnte eine Stellungnahme gegenüber Reuters ab.

Bewaffnete Iraner an Bord – Seeleute unter Kontrolle

Ein Verwandter eines betroffenen Seemanns schilderte die Lage an Bord der MSC Francesca gegenüber Reuters: „Etwa 20 bis an die Zähne bewaffnete Iraner stürmten das Schiff. Die Seeleute stehen unter der Kontrolle der Iraner, ihre Bewegungsfreiheit auf dem Schiff ist eingeschränkt, aber die Iraner behandeln sie gut."

Der montenegrinische Minister für maritime Angelegenheiten, Filip Radulovic, bestätigte gegenüber dem staatlichen Rundfunksender RTCG, dass sich das Schiff neun Seemeilen vor der iranischen Küste vor Anker befinde. „Die Verhandlungen zwischen MSC und dem Iran dauern an, unseren Seeleuten geht es gut", sagte er. Vier Besatzungsmitglieder der MSC Francesca, darunter der Kapitän, stammen aus Montenegro. Zwei weitere Seeleute sind kroatische Staatsbürger, wie das kroatische Außenministerium bestätigte. Die MSC Francesca fährt unter panamaischer Flagge; vollständige Angaben zur Besatzung wurden nicht veröffentlicht. Große Containerschiffe benötigen üblicherweise eine Mindestbesatzung von rund 20 Personen.

Die unter liberianischer Flagge fahrende Epaminondas verfügt laut griechischer Küstenwache über eine 21-köpfige Besatzung, bestehend aus Ukrainern und Philippinern. Das Schiff war auf dem Weg nach Indien. Beide Besatzungen wurden als sicher gemeldet, doch die Behörden der jeweiligen Heimatländer erklärten, sie bemühten sich weiterhin um Informationen über das Wohlergehen der Seeleute und arbeiteten an deren Freilassung.

Transpondersysteme abgeschaltet – Schiffsposition unklar

Bei beiden Schiffen waren die Transpondersysteme zur Standortverfolgung ausgeschaltet. Quellen aus dem Bereich der maritimen Sicherheit gaben jedoch an, dass Schifffahrtsdaten auf eine Position nahe Bandar Abbas hindeuteten. Angaben zur Ladung der Schiffe wurden nicht veröffentlicht.

Der Hintergrund der Eskalation: Am 19. April hatten US-Streitkräfte das unter iranischer Flagge fahrende Frachtschiff Touska beschossen und beschlagnahmt. Ein iranischer Militärsprecher kündigte daraufhin an: „Die Streitkräfte der Islamischen Republik Iran werden bald auf diese bewaffnete Piraterie des US-Militärs reagieren und Vergeltung üben." Das iranische Außenministerium forderte die sofortige Freigabe des Schiffes sowie seiner Besatzung und deren Familien.

Ölpreise steigen deutlich – Straße von Hormus als kritische Route

Die Spannungen in der Region treiben die Energiepreise in die Höhe. Die Futures der Referenzölsorte Brent stiegen am Donnerstag um 2 Prozent auf 104 Dollar pro Barrel. Zum Vergleich: Vor Beginn des Krieges am 28. Februar lag der Preis noch bei 72 Dollar pro Barrel.

Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Über sie werden üblicherweise rund 20 Prozent des weltweiten täglichen Angebots an Öl und Flüssigerdgas abgewickelt. Jede Störung dieser Route hat unmittelbare Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte und damit auch auf Verbraucher und Unternehmen in Deutschland und Europa.

Das US Central Command teilte am Mittwoch mit, dass US-Streitkräfte seit Beginn der Blockade insgesamt 31 Schiffe angewiesen hätten, beizudrehen oder in den Hafen zurückzukehren – und zwar solche, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen wollten. Die Lage in der Region bleibt damit hochgradig angespannt, während diplomatische Bemühungen zur Freilassung der Seeleute laufen.

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