Nahost-Konflikt trifft globale Märkte und deutsche Wirtschaft hart
Die Schließung der Straße von Hormus löst einen massiven Energieschock aus und bedroht Europas Konjunktur.

Fünf Wochen nach Eskalation des Nahost-Konflikts zwischen Iran, den USA und regionalen Akteuren spüren Unternehmen und Verbraucher weltweit die wirtschaftlichen Folgen. Die Schließung der Straße von Hormus hat einen Energieschock ausgelöst, der Stagflationsängste schürt und globale Lieferketten destabilisiert. Besonders Europa steht unter Druck.
Der Brent-Rohölpreis ist auf über 116 US-Dollar je Barrel gestiegen – der stärkste monatliche Anstieg seit 1990. In Deutschland kletterte die Inflation im März auf 2,8 Prozent, nach 2,0 Prozent im Februar. Energie verteuerte sich im Jahresvergleich um 7,2 Prozent. Ökonomen des Ifo-Instituts und der Bundesbank warnen, dass die Teuerungsrate bald die Drei-Prozent-Marke übersteigen könnte, wenn Unternehmen steigende Produktions- und Transportkosten an Verbraucher weitergeben.
Die Internationale Energieagentur (IEA) hat mit einer Rekordfreigabe von 400 Millionen Barrel aus strategischen Reserven reagiert. Deutschland beschränkt die Preisanpassungen an Tankstellen auf einmal täglich zur Mittagszeit, um Volatilität zu dämpfen. Japan setzt 800 Milliarden Yen ein, um Benzinpreise zu subventionieren, Frankreich zielt auf einkommensschwache Haushalte und Branchen wie Landwirtschaft und Transport.
Industrie und Mittelstand unter Druck
Die deutsche Chemieindustrie steht vor einem „perfekten Sturm
