Nahost-Konflikt erschüttert Märkte: Öl über 115 Dollar, Deutschland unter Druck
Eskalation im Nahen Osten treibt Brent-Öl auf Rekordniveau und bedroht Deutschlands Industrie mit Stagflation.

Die globalen Finanzmärkte stehen unter massivem Druck. Der nun fünf Wochen andauernde Nahost-Konflikt hat Brent-Rohöl auf über 115 Dollar pro Barrel getrieben – ein Plus von rund 59 Prozent innerhalb eines Monats, der stärkste Anstieg seit der irakischen Invasion Kuwaits 1990. WTI-Futures überschritten ebenfalls die Marke von 102 Dollar pro Barrel.
Europäische Börsen eröffneten tiefer, der Stoxx 600 gab nach. Asiatische Märkte verzeichneten noch deutlichere Verluste. Im Zentrum der Krise stehen kritische Schifffahrtsrouten: die Straße von Hormuz und die Bab el-Mandeb-Straße, durch die ein Großteil des globalen Ölhandels fließt. US-Präsident Donald Trump deutete sowohl mögliche Militäraktionen gegen den iranischen Ölexporthafen Kharg Island an als auch laufende Diplomatieverhandlungen. Die USA haben ihre Truppenpräsenz in der Region auf über 50.000 Soldaten ausgebaut.
Die G7-Finanzminister, Energieminister und Notenbankchefs traten zum vierten Mal seit Konfliktbeginn am 28. Februar zu einem virtuellen Krisentreffen zusammen – ein deutliches Zeichen für die Schwere der Lage.
Stagflationsgefahr und Zentralbankdilemma
Der Energiepreisschock schürt Stagflationsängste. Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) prognostiziert für Deutschland eine Inflation von „deutlich über 2,5 Prozent
