Lithiumproduktion bleibt trotz Überangebot stabil
Chinesische Firmen sichern Rohstoffversorgung durch verlustreiche Minen im In- und Ausland

Viele Lithiumminen, insbesondere solche unter chinesischer Leitung, setzen ihre Produktion fort, obwohl die Preise so niedrig sind, dass sie normalerweise zu massiven Produktionskürzungen führen würden. Diese fortgesetzte Förderung bietet Batterieherstellern einen Vorteil, da die Verfügbarkeit von Rohstoffen für Elektrofahrzeug-Batterien gesichert bleibt. Experten gehen davon aus, dass ein Überangebot an Lithium und niedrige Preise noch mehrere Jahre anhalten könnten.
Einige Batteriehersteller besitzen selbst Minen oder unterstützen deren Betrieb finanziell, um die Produktion aufrechtzuerhalten. Dies dient nicht nur der Rohstoffsicherung, sondern auch der Wahrung von Marktanteilen, der Pflege guter Beziehungen zu Regierungen und der Vermeidung technischer Probleme durch Produktionsstillstände. Dennoch haben etwa ein Dutzend Lithiumproduzenten bereits vorübergehend Minen geschlossen, die Förderung gedrosselt oder geplante Expansionen verschoben.
Der Preis für Lithiumhydroxid ist seit seinem Höchststand von 85 US-Dollar pro Kilogramm im Dezember 2022 um fast 90 % gefallen. Trotz dieser Preisentwicklung wird erwartet, dass das globale Lithiumangebot in diesem Jahr um 25 % und im Jahr 2025 um weitere 15 % steigt. Laut UBS dürfte das Überangebot bis 2027 anhalten, obwohl einige unrentable Minen ihre Produktion eingeschränkt haben. Schätzungen zufolge sind etwa 10 % der Lithiumproduktion derzeit verlustbringend.
In China, wo die Produktionskosten für Lithium besonders hoch sind, bleibt der Betrieb vieler Minen dennoch bestehen. Diese Minen sind oft Teil integrierter Lieferketten, die für Chinas führenden Sektor für Elektrofahrzeuge und Batterien von strategischer Bedeutung sind. Die chinesische Regierung fördert die Branche durch eine stabile Versorgung mit Rohstoffen zu niedrigen Kosten. Auch in Simbabwe, das in den letzten Jahren zum viertgrößten Produzenten von abgebautem Lithium weltweit aufgestiegen ist, spielen chinesische Unternehmen eine führende Rolle.
In Simbabwe gehören alle vier aktiven Lithiumminen mehrheitlich chinesischen Firmen. Trotz geringer Gewinne oder sogar Verlusten bleibt ihre Produktion bestehen. Die Betriebskosten liegen zwischen 600 und 1.000 US-Dollar pro Tonne, während der aktuelle Marktpreis bei 765 US-Dollar pro Tonne liegt. Diese Preise beziehen sich auf Spodumenkonzentrat, ein halbfertiges Lithiumprodukt.
Die starke Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in den Jahren 2021 und 2022 führte zu einer verstärkten Investition in Lithiumminen, die 2023 laut Internationaler Energieagentur um 60 % stieg. Diese Entwicklung verdeutlicht Chinas Bestreben, eine stabile Versorgung mit Lithium auch aus dem Ausland sicherzustellen.
