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Iran-Konflikt erschüttert Energiemärkte – Russland profitiert massiv

Der eskalierende Krieg zwischen USA, Israel und Iran trifft die globalen Energiemärkte mit voller Wucht.

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Iran-Konflikt erschüttert Energiemärkte – Russland profitiert massiv

Rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gasversorgung ist seit Ausbruch des Konflikts unterbrochen. Die Ölpreise sind um mehr als 25 Prozent gestiegen, was Verbraucher weltweit direkt an der Zapfsäule trifft. Während Importländer wie China, Indien und Europa unter der Versorgungskrise leiden, erlebt Russland eine überraschende wirtschaftliche Renaissance.

Der entscheidende Flaschenhals ist die Straße von Hormuz. Die nahezu vollständige Schließung der strategisch wichtigen Meerenge hat Saudi-Arabien, die VAE, den Irak und Kuwait zur Aussetzung ihrer Lieferungen gezwungen – insgesamt rund 140 Millionen Barrel Öl, was etwa 1,4 Tagen der globalen Nachfrage entspricht. Die sich füllenden Lagertanks im Golfraum zwingen Irak und Kuwait bereits zur Produktionskürzung, die VAE dürften folgen.

Qatar hat infolge von Drohnenangriffen auf seine LNG-Infrastruktur Force majeure für seine Flüssiggasexporte erklärt. Analysten schätzen, dass eine Rückkehr zur normalen Produktion mindestens einen Monat dauern dürfte – betroffen sind damit rund 20 Prozent der globalen LNG-Versorgung. Zusätzlich hat Saudi Aramcos Großraffinerie Ras Tanura den Betrieb eingestellt, wobei das Ausmaß der strukturellen Schäden noch unklar ist.

Asien und Europa unter Druck

China ist besonders verwundbar: Über 90 Prozent seiner Rohölimporte kommen auf dem Seeweg, mehr als 35 Prozent des gesamten Ölverbrauchs passieren die Straße von Hormuz. Als weltgrößter LNG-Importeur fließen zudem rund 30 Prozent seiner Flüssiggasimporte durch dieselbe Meerenge. Peking verfügt zwar über strategische Reserven für rund 104 Tage sowie alternative Lieferquellen aus Russland, Brasilien und Kanada – doch der Preisschock bleibt spürbar. Barclays rechnet damit, dass Öl bei 100 Dollar je Barrel die chinesische Inflation 2026 um etwa 0,3 Prozentpunkte anheben könnte.

Europa trifft der Schock besonders hart, da der Kontinent noch immer die Folgen der Russland-Sanktionen nach dem Ukrainekrieg 2022 bewältigt. Die EU benötigt für die Befüllung der Gasspeicher vor dem nächsten Winter 180 zusätzliche LNG-Lieferungen im Vergleich zum Vorjahr – ein enormes logistisches und finanzielles Problem.

Russland als unerwarteter Gewinner

Wenige Wochen vor dem Konflikt kämpfte Russlands Energiesektor noch mit niedrigen Ölpreisen und Sanktionsdruck – Millionen Barrel russischen Rohöls lagen ohne Abnehmer auf Vorrat. Jetzt hat sich das Blatt gewendet: Russisches Öl ist laut WSJ Finance zur begehrten Ware geworden. Die USA haben offenbar einige Sanktionen gelockert, um wichtigen Abnehmern den Kauf russischer Rohölmengen zu ermöglichen und den Ausfall aus dem Nahen Osten zu kompensieren.

Der frühere Preisabschlag auf russisches Öl – vor allem in Indien – schwindet zusehends. Einige Anbieter sollen bereits versuchen, über den globalen Marktpreis zu fakturieren. Diese verbesserte wirtschaftliche und geopolitische Position soll Kremlchef Wladimir Putin nach Medienberichten neues Selbstbewusstsein verliehen haben: Er droht damit, die verbleibenden Energielieferungen nach Europa zu kappen – kurz vor dem selbst gesetzten europäischen Fristende für den Stopp russischer LNG- und Pipelinegasimporte.

Politischer Druck in den USA

Auch die USA, trotz ihrer Stellung als weltgrößter Öl- und Gasproduzent, bleiben nicht verschont. Der durchschnittliche Benzinpreis stieg auf 3,32 Dollar je Gallone, Diesel verteuerte sich auf 4,33 Dollar – ein deutlicher Anstieg innerhalb weniger Tage. Für Präsident Trump entwickeln sich die steigenden Spritpreise zu einer erheblichen politischen Belastung vor den anstehenden Zwischenwahlen, da Wähler auf Energiekosten besonders sensibel reagieren.

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