Straße von Hormus: Blockade treibt Ölpreise auf 118 Dollar
Nur 33 Kilometer breit, aber mit gewaltiger globaler Wirkung – die Straße von Hormus sorgt für dramatische Marktbewegungen.

Die Straße von Hormus ist an ihrer engsten Stelle gerade einmal 33 Kilometer breit. Dennoch zählt der Meereskanal zwischen dem Emirat Ra's al-Chaima und dem Iran zu den bedeutendsten Schifffahrtsrouten der Welt. Über diesen Korridor fließen täglich riesige Mengen an Rohöl, Erdgas und Erdölprodukten in die globalen Märkte.
Eine drohende Blockade dieser Wasserstraße infolge des Iran-Konflikts zeigt bereits jetzt verheerende Wirkung an den Rohstoffmärkten. Zum Wochenauftakt schnellte der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte WTI zeitweise auf über 118 US-Dollar je Barrel – ein Anstieg von knapp 30 Prozent gegenüber dem Freitagsschlusskurs. Ein derart explosiver Preisanstieg innerhalb weniger Handelstage ist an den Energiemärkten äußerst selten.
Ölpreisschock mit Folgen für Dünger und Lebensmittel
Zwar hat sich der WTI-Preis inzwischen etwas stabilisiert, notiert aber weiterhin deutlich über der psychologisch wichtigen Marke von 100 Dollar. Für Privatanleger und Verbraucher ist das ein deutliches Warnsignal: Hohe Energiepreise treiben die Produktionskosten in nahezu allen Wirtschaftsbereichen nach oben.
Besonders betroffen ist die Düngemittelbranche, deren Herstellung stark von Erdgas abhängt. Steigen die Energiepreise drastisch, verteuern sich auch Düngerexporte erheblich – mit direkten Folgen für die globale Lebensmittelproduktion und die Agrarpreise. Anleger, die in Agrarrohstoffe oder Düngemittelaktien investiert sind, sollten die Lage an der Straße von Hormus daher genau im Blick behalten.
