Handelskrieg lässt US-Kohleexporte erstmals seit 2020 fallen
Trumps Zollpolitik trifft den amerikanischen Kohlesektor hart – China bricht als Abnehmer fast vollständig weg.

Der Handelskrieg zwischen den USA und China hat die amerikanischen Kohleexporte im Jahr 2025 erstmals seit 2020 im Jahresvergleich schrumpfen lassen. Hauptverantwortlich dafür ist ein dramatischer Einbruch der Lieferungen nach China um 92 Prozent. Das berichtet die U.S. Energy Information Administration (EIA), die Energiebehörde der US-Regierung.
Der Rückgang folgt auf eine Eskalation der Zollmaßnahmen: China erhob im Februar 2025 zunächst einen Zoll von 15 Prozent auf amerikanische Kohle. Im April folgte ein umfassender Vergeltungszoll von 34 Prozent auf US-Exporte insgesamt – eine direkte Reaktion auf die von Präsident Trump verhängten Importzölle. Für die amerikanische Kohleindustrie, die China als wichtigen Absatzmarkt nutzte, sind die Folgen gravierend.
Gemischtes Bild bei US-Energieexporten
Der Rückgang bei der Kohle steht im starken Kontrast zur Entwicklung anderer US-Energieträger. Bei Propan, Ethan, Butan und Erdgas erzielten die Vereinigten Staaten im vergangenen Jahr neue Rekordexportvolumina. Diese Produkte profitieren offenbar weniger von den gegenseitigen Handelsbeschränkungen.
Lediglich bei Rohöl zeigt sich ebenfalls eine leicht rückläufige Tendenz gegenüber den Vorjahren. Insgesamt verdeutlicht die Entwicklung, wie selektiv die Auswirkungen des Handelskrieges auf einzelne Energiesektoren wirken.
Für deutsche Anleger, die in US-Energieunternehmen oder Rohstofffonds investiert sind, ist diese Differenzierung bedeutsam. Während der Flüssiggas- und Petrochemiesektor weiter wächst, gerät die traditionelle Kohleindustrie durch geopolitische Spannungen zunehmend unter Druck. Die weitere Entwicklung der US-chinesischen Handelsbeziehungen bleibt ein entscheidender Faktor für die Exportaussichten.
