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Morgan Stanley: Nahost-Spannungen treiben globale Kohlenachfrage an

Steigende LNG-Preise zwingen asiatische Versorger zur Rückkehr zur Kohleverstromung – mit spürbaren Folgen für den Weltmarkt.

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Morgan Stanley: Nahost-Spannungen treiben globale Kohlenachfrage an

Die Spannungen im Nahen Osten schlagen immer deutlicher auf die globalen Energiemärkte durch. Morgan Stanley warnt, dass asiatische Versorgungsunternehmen angesichts steigender Flüssigerdgas-Preise (LNG) massiv auf Kohleverstromung umschalten. Die Preise für auf dem Seeweg transportierte Kesselkohle ziehen infolgedessen spürbar an.

Auslöser ist die geopolitische Lage rund um den Iran und den Persischen Golf. Die Straße von Hormus ist eine der bedeutendsten Schifffahrtsrouten der Welt und verantwortlich für 20 bis 30 Prozent der globalen Rohöllieferungen auf dem Seeweg. Eine mögliche Unterbrechung dieser Route treibt die Energiepreise weltweit in die Höhe.

Besonders stark betroffen sind südasiatische Länder: Katarisches LNG macht dort rund 60 Prozent des Versorgungsmixes aus. Nordostasiatische Länder wie Japan, Südkorea und Taiwan beziehen immerhin etwa 15 Prozent ihrer LNG-Versorgung aus Katar und sind damit ebenfalls erheblich exponiert.

Enormer Mehrbedarf an Kesselkohle möglich

Morgan Stanley schätzt, dass Japan, Korea und Taiwan bei anhaltenden Unterbrechungen der katarischen LNG-Exporte einen zusätzlichen Importbedarf von 1,5 bis 2 Millionen Tonnen Kesselkohle pro Monat entwickeln könnten. Das entspräche einem Anstieg der Kohleimportnachfrage um 8 bis 10 Prozent – ein erheblicher Sprung für den globalen Markt.

Südasiatische Versorger könnten bei einem mehrmonatigen Ausfall weitere 1 bis 1,5 Millionen Tonnen pro Monat an zusätzlicher Importnachfrage auf dem Seeweg beisteuern. Damit würde die gesamte Zusatznachfrage aus Asien in Extremszenarien beträchtliche Ausmaße annehmen.

Auch Chinas Kohlesektor gerät in den Fokus. Zwar sind die Auswirkungen auf den heimischen Chemiesektor begrenzt, doch Morgan Stanley erwartet, dass die Inlandspreise für Kohle im Jahresvergleich tendenziell steigen werden. Die zusätzlichen Kohlemengen könnten im Extremfall rund 1,3 Prozent des gesamten effektiven thermischen Angebots in China ausmachen, wobei höhere Importpreise eine Preisuntergrenze stützen.

Australiens Treibstoffreserven unter Druck

Ein weiterer Faktor betrifft Australien als wichtigen Kohleproduzenten. Das Land verfügt laut ABC News derzeit über Benzinvorräte für 36 Tage, Flugbenzin für 29 Tage und Diesel für 32 Tage. Australien öffnet zum ersten Mal seit 2022 seine strategischen Treibstoffreserven.

Morgan Stanley warnt, dass anhaltende Nahost-Spannungen die Dieselversorgung für die australische Kohleförderung beeinträchtigen könnten. Dies würde die Preise für Kesselkohle auf dem Seeweg zusätzlich antreiben und gleichzeitig chinesischen Kohleproduzenten zugutekommen, die weniger von importiertem Diesel abhängig sind.

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