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LNG-Preise verdoppeln sich nach Iran-Konflikt – Kohle profitiert

US-israelische Angriffe auf den Iran schließen die Straße von Hormus und lösen eine massive Energiepreisrally aus.

2 Min

Der Spotpreis für Flüssigerdgas (LNG) in Asien hat sich innerhalb einer Woche mehr als verdoppelt. Auslöser sind US-amerikanische und israelische Militärangriffe auf den Iran, die die Straße von Hormus faktisch für den Schiffsverkehr gesperrt haben. Damit sind die LNG-Exporte aus Katar – einem der weltgrößten Produzenten – weitgehend zum Erliegen gekommen.

LNG zur Lieferung nach Nordasien kletterte in der Woche bis zum 6. März um 116 Prozent auf 22,50 US-Dollar je Million britischer Wärmeeinheiten (mmBtu) – das höchste Niveau seit zwei Jahren. Der Markt verarbeitet damit den drohenden Ausfall von knapp 20 Prozent des weltweiten LNG-Angebots. Für Energieversorger in Japan und anderen asiatischen Ländern bedeutet das erheblichen Druck auf die Beschaffungskosten.

Kohle als Ausweichoption gefragt

Der drastische Preisanstieg bei LNG eröffnet Kohlekraftwerken einen wirtschaftlichen Vorteil. Energieversorger in Japan und anderen asiatischen Ländern prüfen einen Brennstoffwechsel von Gas zu Kohle, um die gestiegenen Gaskosten abzufedern. Dies treibt auch die Kohlepreise nach oben, da die Nachfrage nach dem fossilen Brennstoff als günstigere Alternative steigt.

Die Straße von Hormus gilt als einer der strategisch bedeutendsten Energiekorridore der Welt. Durch diesen Meeresarm fließen täglich rund 20 Prozent des global gehandelten Erdöls sowie ein erheblicher Teil des weltweiten LNG-Handels. Eine anhaltende Blockade hätte weitreichende Folgen für die globale Energieversorgung und die Industrieproduktion in energieintensiven Volkswirtschaften wie Japan, Südkorea und Deutschland.

Folgen für europäische Energiemärkte

Auch für deutsche und europäische Energieverbraucher ist die Entwicklung relevant. Europa hat seit dem russischen Gaslieferstopp stark auf LNG-Importe gesetzt, unter anderem aus Katar. Steigen die asiatischen LNG-Preise deutlich über das europäische Niveau, könnte sich der Wettbewerb um verfügbare LNG-Lieferungen verschärfen und die Gaspreise auch hierzulande unter Aufwärtsdruck setzen.

Investoren beobachten die Lage am Persischen Golf mit wachsender Sorge. Energieaktien und Rohstoffwerte reagierten auf die Eskalation mit deutlichen Kursgewinnen. Wie lange die Unterbrechung der Lieferwege anhält, bleibt angesichts der unklaren geopolitischen Lage offen.

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