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Extremwetter belastet Rohstoffkonzerne und globale Lieferketten massiv

Extremwetterereignisse wie Hitzewellen, Dürren und Wirbelstürme gefährden zunehmend die Gewinne multinationaler Rohstoff- und Energieunternehmen. Rio Tinto verzeichnete bereits einen Umsatzverlust von über 800 Millionen Dollar, während EDF Milliarden in d

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Extremwetter belastet Rohstoffkonzerne und globale Lieferketten massiv

Roula Khalaf, Chefredakteurin der Financial Times, weist in ihrem wöchentlichen Newsletter auf ein Phänomen hin: Der Schmetterlingseffekt macht auch vor der Geschäftswelt nicht Halt. Ein Extrem-Sommer auf der Nordhalbkugel und das bevorstehende starke El-Niño-Ereignis setzen die Flügel in Bewegung – mit erheblichen Konsequenzen für internationale Rohstoffunternehmen und ihre Logistiknetze.

Der Minenriese Rio Tinto gab bereits zu Jahresbeginn einen Erlösrückgang von über 800 Millionen US-Dollar bekannt. Ursache waren die tropischen Wirbelstürme Narelle im März und Mitchell im Februar, die den Abbau und Transport von Eisenerz behinderten. Derartige unmittelbare Schäden bilden lediglich die oberste Schicht des Problems.

Daneben existieren weniger offensichtliche Folgen: Anhaltende Hitzewellen verringern die Leistungsfähigkeit der Belegschaft. Laut einer Untersuchung von MSCI aus dem Vorjahr waren 11.000 Großunternehmen aufgrund sämtlicher Formen extremer Wetterphänomene mit jährlich entgangenen Umsatzchancen von mehr als einer Billion US-Dollar konfrontiert.

Wasserwege und Versorgungsnetze geraten unter Druck

Die Verteilung von Wasserressourcen entwickelt sich zunehmend zur Herausforderung. Niedrige Pegelstände in Strömen wie dem Rhein oder der Donau beeinträchtigen die Binnenschifffahrt, wie Wissenschaftler von RBC Sustainable Perspectives anmerken. Die mit El Niño verbundene Trockenheit hat bereits in diesem Jahr die Durchlasskapazität des Panamakanals eingeschränkt – eine essentielle Handelsroute des globalen Warenverkehrs.

Der französische Energiekonzern EDF führte einen deutlichen Rückgang der Wasserkraftproduktion infolge von Hitzewellen als einen Faktor an, weshalb das EBITDA bis 2026 um zehn Prozent fallen werde. Während der Hochphase der Hitzewellen im Juni und Juli schaltete der Betreiber vorübergehend drei Reaktoren ab, da hitzebedingte Auflagen für das Kühlwasser überschritten wurden.

Milliardenschwere Anpassungsstrategien

Der Klimawandel zwingt Unternehmen zu umfangreichen Ausgaben für Forschung, Entwicklung und Wiederaufbau. EDF plant, bis 2040 rund 8,7 Milliarden Euro in die Anpassung seiner Atom-, Wasserkraft- und Inselanlagen an Wetterextreme zu investieren. MSCI beobachtet ein wiederauflebendes Interesse an Risikodaten auf Straßen- oder Werksgeländeebene, was die Übernahme des Datenanbieters First Street vorantreibt.

Wie an den Märkten üblich, ziehen manche Akteure Nutzen aus der Krise. Extreme Hitze, Trockenheit und Brände tauchten in zehn Prozent der Gewinnwarnungen bedeutender europäischer Unternehmen auf, wie Daten von AlphaSense belegen – und das nicht immer mit negativem Vorzeichen. Der britische Händler Halfords hob seine Gewinnprognose für das Geschäftsjahr an, nachdem sonniges Wetter die Nachfrage nach Fahrrädern und Campingausrüstung ankurbelte. Perimeter Solutions, ein US-Hersteller von Brandbekämpfungsmitteln, sagte kürzlich eine steigende Nachfrage nach seinen feuerhemmenden Substanzen voraus.

Ein Ausblick auf kommende Entwicklungen

All dies geschieht bei einer gegenwärtigen Erwärmung von rund 1,4 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Niveau. Dieser Wert dürfte basierend auf den aktuellen Regierungsvorgaben und Strategien bis zum Ende des Jahrhunderts auf etwa 2,6 Grad ansteigen. Jeder Zehntelgrad zusätzlich sorgt für neue Extremszenarien.

Notenbanken warnen wiederholt vor der Gefahr, dass klimatische Extremereignisse Zahlungsausfälle bei privaten Haushalten und Firmenkreditnehmern verursachen könnten, mit Dominoeffekten im gesamten Finanzsystem. Geringe Gewinnschwankungen könnten lediglich den Auftakt darstellen, so die FT-Redaktion. Für Investoren wird die Einbeziehung von Klimarisiken somit immer mehr zu einer Frage der Absicherung.

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