Chiles Kupferausstoß fällt im Juli um 9,4 Prozent – Wetterextreme belasten Minen
Chiles Kupferproduktion sank im Juli 2024 um 9,4 Prozent auf 403.424 Tonnen, ausgelöst durch schwere Unwetter und Wartungsarbeiten – für Rohstoff-Anleger ein Signal möglicher weiterer Preisimpulse.

Die Fördermenge von Kupfer in Chile, dem global führenden Produzenten des roten Metalls, ist im Juli um 9,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken. Wie das nationale Statistikinstitut INE am Montag bekannt gab, belief sich die Produktion auf 403.424 Tonnen, nach 445.322 Tonnen im Juli 2023. Ursächlich für den starken Rückgang sind heftige Unwetter, welche die Minenregionen im Norden des Landes heimgesucht haben.
Das INE begründete den Produktionsrückgang bei der Kupfergewinnung und -verarbeitung mit „widrigen Wetterverhältnissen im Norden Chiles“, die den regulären Förderbetrieb beeinträchtigt hätten. Hinzu kamen im Juli planmäßige Wartungsarbeiten an bedeutenden Standorten in der Bergbauregion, so die Behörde weiter.
Folgen für die Industrie insgesamt
Die gesamte industrielle Erzeugung Chiles verzeichnete im selben Monat ebenfalls einen Rückgang von 4,9 Prozent im Jahresvergleich, wie die Statistikbehörde in einem weiteren Bericht mitteilte. Damit fiel der Rückgang stärker aus als der im Juni gemessene Wert von minus 3,2 Prozent.
Chile ist weltweit der mit Abstand größte Kupferlieferant. Rund ein Viertel des global geförderten Kupfers stammt aus dem südamerikanischen Land. Der Rohstoff ist für die chilenische Volkswirtschaft von enormer Bedeutung und generiert einen Großteil der Exporterlöse. Ein Produktionseinbruch dieses Ausmaßes kann daher die weltweite Kupferversorgung merklich beeinflussen.
Die derzeitigen Wetterextreme in Chile reihen sich in eine längere Entwicklung ein. Bereits in den Vorjahren sorgten Trockenperioden und Überflutungen wiederholt für Förderausfälle in der chilenischen Bergbauindustrie. Die Betreiber der Minen sind zunehmend gezwungen, in wetterresistente Anlagen zu investieren, um die Produktion aufrechtzuerhalten.
Für den internationalen Kupfermarkt kommt der Förderrückgang zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Die Nachfrage nach dem Industriemetall bleibt unvermindert stark, befeuert durch die Energiewende sowie den steigenden Bedarf an Elektrofahrzeugen und Anlagen für erneuerbare Energien. Kupfer ist ein unverzichtbarer Werkstoff für Kabel, Akkus und Elektromotoren.
Für Rohstoff-Anleger lohnt sich ein genauer Blick auf die Lage in Chile. Falls die Wetterprobleme anhalten oder sich weiter zuspitzen, könnte dies die Kupfernotierungen zusätzlich nach oben treiben. Die aktuellen INE-Daten verdeutlichen jedenfalls, wie verwundbar die globale Kupferversorgung gegenüber regionalen Störungen ist.
