Einigung bei Escondida-Kupfermine beendet Streikgefahr
Neue Vereinbarung zwischen Gewerkschaft und BHP sichert Arbeitsplätze und optimiert Arbeitsbedingungen

Die Gewerkschaft der Escondida-Kupfermine in Chile, die weltweit größte ihrer Art, hat am Sonntag eine Vereinbarung mit dem Betreiber BHP getroffen und damit die Gefahr eines Streiks abgewendet, der die globalen Kupferlieferungen hätte bedrohen können. Der neue Dreijahresvertrag umfasst Änderungen der Arbeitsbedingungen, wie die Optimierung von Schichtwechseln, eine erhöhte Nutzung der Ausrüstung und die Einhaltung des 40-Stunden-Gesetzes, wie BHP in einer Mitteilung bekanntgab. In einer internen Nachricht, die von Reuters eingesehen wurde, forderte die Gewerkschaft ihre Mitglieder auf, zur Arbeit zurückzukehren.
Die mächtige Gewerkschaft der Mine war am Dienstag in den Streik getreten, um gegen Unstimmigkeiten bei den Lohnverhandlungen zu protestieren. Am Freitag wurde jedoch eine vorläufige Vereinbarung getroffen, die den Streik zunächst aussetzte. Zuvor hatte die Gewerkschaft ihre Mitglieder in einer Mitteilung gewarnt, den Streik möglicherweise wieder aufzunehmen, falls das Unternehmen seine Position in den Vertragsgesprächen nicht korrigieren würde. BHP gab keine weiteren Details zu der Vereinbarung bekannt. Allerdings hatten Unternehmensquellen und die Gewerkschaft Reuters bereits zu Beginn der Woche informiert, dass BHP den Arbeitern eine Prämie von rund 32.000 US-Dollar sowie zusätzlich 2.000 US-Dollar in Form von zinsgünstigen Darlehen angeboten hatte.
Zuvor hatte BHP eine Prämie von 28.900 US-Dollar pro Arbeiter angeboten, während die Gewerkschaft eine Beteiligung von 1 % der Dividenden des Unternehmens aus der Mine gefordert hatte, was etwa 35.000 bis 36.000 US-Dollar pro Mitglied entsprochen hätte. Die Preise für Kupfer an der London Metal Exchange stiegen am Montag um 1 % auf 9.211 US-Dollar, was auf eine allgemein festere Tendenz bei den Metallpreisen hindeutet.
Die Einigung zwischen BHP und der Gewerkschaft beendet eine Phase der Unsicherheit, die durch den drohenden Streik entstanden war. Die Escondida-Mine spielt eine zentrale Rolle im globalen Kupfermarkt, und ein länger anhaltender Streik hätte erhebliche Auswirkungen auf die weltweiten Lieferketten und die Preisentwicklung von Kupfer haben können. Die schnelle Beilegung des Konflikts dürfte daher auf Erleichterung bei den Marktteilnehmern gestoßen sein.
