DRK geht mit Großrazzia gegen illegale Minen im Kupfergürtel vor
Die DRK hat eine großangelegte Razzia gegen illegalen Bergbau in den Provinzen Lualaba und Haut-Katanga gestartet, bei der tausende Tonnen Kupfer und Kobalt sowie hunderte Fahrzeuge beschlagnahmt wurden. Die Operation richtet sich insbesondere gegen den M
Die Demokratische Republik Kongo (DRK) hat in ihren rohstoffreichen Südostprovinzen Lualaba und Haut-Katanga eine großangelegte Durchsetzungsaktion gestartet. Die Operation richtet sich gegen illegalen Bergbau, Mineralienschmuggel und betrügerische Praktiken. Mit der Razzia unternimmt Kinshasa einen bedeutenden Vorstoß, um die staatliche Aufsicht über den strategisch wichtigen Bergbausektor wiederherzustellen.
Im Zuge der Aktion wurden nach Informationen aus dem Quellenmaterial tausende Tonnen Kupfer und Kobalt sichergestellt, hinzu kommen über 500 Fahrzeuge und schwere Baumaschinen. Justizminister Guillaume Ngefa Atondoko Andali hat offiziell eine Prüfung der Erkenntnisse einer ressortübergreifenden Kommission angeordnet, der Vertreter von Polizei, Militär und des Bergbauministeriums angehören. Die Untersuchung zielt darauf ab, strukturelle Missstände bei der unerlaubten Rohstoffförderung und beim Schmuggel zu beheben, die die Region seit Jahren belasten.
Die DRK ist der weltweit führende Kobaltproduzent und rangiert beim Kupfer auf Platz zwei. Ihre Fähigkeit, den eigenen Bergbausektor zu regulieren, ist daher von zentraler Bedeutung für globale Lieferketten. Auch deutsche Anleger sind betroffen, die über Rohstoff-, Industrie- und Technologieunternehmen an diesen Wertschöpfungsketten partizipieren.
Die Razzien zielen auf den Menda-Standort im Konzessionsgebiet von ERG ab
Die Maßnahmen konzentrierten sich auf mehrere strategische Punkte, allen voran den Menda-Standort in der Provinz Lualaba. Dieses Areal ist besonders relevant, da es innerhalb von Konzessionen liegt, die der Eurasian Resources Group (ERG) gehören. Das Unternehmen hatte in den vergangenen Monaten wiederholt und mit zunehmender Dringlichkeit auf die Ausbreitung illegaler Bergbauaktivitäten auf seinen Flächen hingewiesen, darunter auch auf seiner Vorzeigeanlage Metalkol für Kupfer und Kobalt.
Zu den Festgenommenen zählen Kongolesen, Soldaten und ausländische Staatsbürger
Die Razzia war breit angelegt und führte zur Inhaftierung zahlreicher Personen. Die genauen Zahlen variieren geringfügig, gesichert ist jedoch, dass sich unter den Festgenommenen kongolesische Zivilisten, Angehörige des Militärs sowie eine beträchtliche Anzahl ausländischer Staatsangehöriger befinden. Laut dem UN-Radio Okapi wurden allein am Menda-Standort über 60 Ausländer festgesetzt. Eine umfassendere Berichterstattung von Mining.com nennt mehr als 300 ausländische Staatsbürger — überwiegend chinesische Staatsangehörige —, die in der Region in Gewahrsam genommen wurden, insbesondere im Umfeld des Bergbauzentrums Kolwezi.
Bergbauminister Louis Kabamba Watum entlässt den Chef der Artisanalbehörde SAEMAPE
Die aktuellen Maßnahmen sind Teil einer umfassenderen Serie von Schritten gegen rechtswidrige Aktivitäten. Bergbauminister Louis Kabamba Watum hat kürzlich den Leiter der staatlichen Behörde für artisanalen Bergbau SAEMAPE suspendiert. Die Entlassung wurde explizit mit dem Vorwurf begründet, die Behörde habe nicht verhindert, dass illegale Aktivitäten in lizenzierte Konzessionen vordringen.
Dieser regulatorische Umbau folgt auf Wochen zunehmender Spannungen im Kupfergürtel. Die Anwesenheit illegaler Bergleute auf Konzessionen internationaler Schwergewichte wie Glencore und der CMOC Group stellt die Regierung der DRK vor eine andauernde Herausforderung. Berichten zufolge werden diese unrechtmäßigen Aktivitäten häufig von Angehörigen der kongolesischen Sicherheitskräfte gedeckt, was die Räumung der Standorte erheblich erschwert.
Chinesische Akteure geraten ins Visier der Ermittlungen
Die Razzia lenkte besonderes Augenmerk auf die Rolle chinesischer Betreiber in der Region. Große chinesische Konzerne wie CMOC und die Zijin Mining Group sind legitime und bedeutende Akteure in der Kupfer- und Kobaltförderung der DRK. Die Regierung geht jedoch auch gegen kleinere, nicht autorisierte Einheiten vor. Einige dieser kleineren Betreiber betreiben Berichten zufolge Verarbeitungsanlagen, ohne selbst Minen zu besitzen, und müssen Erz auf dem freien Markt beziehen — ein Umfeld, das häufig auf illegal gefördertem Material beruht.
Bereits frühere Berichte von aktien.news belegen ein Muster verschärfter staatlicher Kontrolle
Bereits am 27.05.2026 berichtete aktien.news, dass die Jinchuan Group International Resources einen der größten Betrugsfälle der Bergbaubranche in der DRK öffentlich gemacht hat. Einer unabhängigen Untersuchung zufolge wurden fast 145 Millionen US-Dollar aus den Kupfer- und Kobaltgeschäften des Unternehmens im Kongo entwendet; im Fokus der Ermittlungen stand die Ruashi-Mine.
Am 15.09.2026 berichtete aktien.news, dass die DRK eine Task Force zur Beschleunigung der Umsetzung ihrer strategischen Mineralienpartnerschaft mit den Vereinigten Staaten genehmigt hat. Kinshasa bemüht sich, mehr westliche Investitionen in seine Kupfer- und Kobaltsektoren zu lenken und die Finanzierungsquellen über China hinaus zu diversifizieren. Am 16.09.2026 meldete aktien.news einen Rekord bei den Kupferexporten: 1,72 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 2026 nach 1,65 Millionen Tonnen im Vorjahreszeitraum, bei gleichzeitiger Verdopplung des Anteils der Kupferverkäufe in die USA und nach Europa im Vergleich zu 2025.
Am 29.09.2026 berichtete aktien.news, dass die DRK große Bergbauunternehmen ab 2027 jährlichen Prüfungen ihrer Subunternehmerpraktiken und der Einhaltung von Anforderungen an den lokalen Anteil unterziehen will. Beleshayi Kasanda Ted, Generaldirektor der Behörde zur Regulierung des Subunternehmertums im Privatsektor (ARSP), kündigte dies gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters an. Hintergrund ist ein neues Gesetz zum lokalen Anteil, das am 1. Januar 2027 in Kraft treten soll.
Für Rohstoffanleger steht die Verlässlichkeit kongolesischer Lieferketten im Mittelpunkt
Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung vor allem über die Lieferkette relevant. Kupfer und Kobalt sind zentrale Inputs für Elektromobilität, Energietechnik und Elektronik; die DRK ist der weltweit größte Kobaltproduzent und der zweitgrößte Kupferproduzent. Wenn Kinshasa lizenzierte Konzessionen besser schützt und die Transparenz erhöht, könnte dies die Versorgungssicherheit für abnehmende Industrien langfristig stärken. Die aktuellen Durchsetzungsmaßnahmen signalisieren einen verschärften Kurs, der sowohl Risiken als auch Chancen für investierte Unternehmen birgt.
