Vernetzte Technologien als Schlüssel zur Widerstandsfähigkeit im Minensektor
Beim Technical Summit von BME in Pretoria betonten Experten, dass die durchgängige Vernetzung von Daten und Technologien im Bergbau entscheidend für Sicherheit und Effizienz ist. Für Rohstoff-Anleger wird deutlich, dass technologische Integration und Lief

Die durchgängige Verknüpfung von Daten und technischen Systemen entlang der gesamten Förderkette kann in afrikanischen Bergwerken zu mehr Planbarkeit, Verlässlichkeit und Arbeitssicherheit beitragen. Diese Auffassung vertrat Nishen Hariparsad, bei BME verantwortlich für Technologie und Marketing als General Manager, im Rahmen des jährlichen Technical Summit des Unternehmens. Das Treffen fand am 28. Oktober im International Convention Centre des Council for Scientific and Industrial Research in Pretoria statt.
Unter dem Titel „Connecting Mining in Practice: Drill to Plant Integration“ betonte Hariparsad in seinem Beitrag, wie entscheidend es sei, dass alle Akteure im Bergbau Informationen aus den unterschiedlichen Förderphasen zusammenführen, statt digitale Werkzeuge beliebig und voneinander losgelöst einzusetzen. „Die Sprengarbeit hat sich von einem rein operativen Vorgang zu einem stark datenbasierten Prozess entwickelt. Wir erkennen immer deutlicher den Wert der Informationen, ihre Gewinnung und den Mehrwert, den sie in den nachgelagerten Bereichen schaffen“, so Hariparsad wörtlich.
Der BME-Führungskraft zufolge eröffnen Fortschritte in Robotik, Digitalisierung, Automatisierung und künstlicher Intelligenz neue Möglichkeiten. Sie erlaubten den Zugriff auf mehr Informationen, um fundiertere Entscheidungen zu treffen – und bessere Entscheidungen wiederum wirkten sich positiv auf die komplette Wertschöpfungskette des Bergbaus aus.
Isolierte Lösungen bremsen Fortschritt
Gleichzeitig warnte Hariparsad davor, dass technologie- und datengetriebene Vorhaben in Minenbetrieben häufig in Einzellösungen verharren und dadurch ihr ganzes Potenzial nicht ausschöpfen. Ein „verbundener Bergbau“ verlange, den Informationsbedarf für zentrale operative Entscheidungen präzise zu bestimmen und den Kontext der Betriebsabläufe und Standortbedingungen zu bewahren – insbesondere beim Übergang von der Planung zur Umsetzung.
Daten aus Geologie, Ingenieurwesen und dem laufenden Betrieb könnten wertvolle Erkenntnisse liefern, so Hariparsad weiter. Der Nutzen hänge jedoch maßgeblich davon ab, wie gut diese Informationen interpretiert und zusammengeführt würden. Angesichts wechselnder geologischer Verhältnisse hob er die Bedeutung von Beständigkeit und Wiederholbarkeit hervor. Die Vernetzung der technischen Systeme im Bergbau solle spürbare Verbesserungen im Betrieb und entlang der Wertschöpfungskette bewirken, ohne Abstriche bei der Sicherheit in Kauf zu nehmen.
Darüber hinaus forderte er, dass Technologien einem breiteren Kreis von Bergbauunternehmen offenstehen sollten – nicht nur großen Produzenten, die über ausreichende Mittel für hochentwickelte Sprengstoff- und Zündungslösungen verfügen. Auf dem diesjährigen Technical Summit stellte BME die elektronischen Zünder AXXIS sowie das elektronische Zündsystem VIPERTRON vor. Letzteres bietet einen günstigeren Einstieg in die elektronische Zündtechnik und richtet sich an Minenbetreiber, die bislang an den Anschaffungskosten gescheitert sind.
Stabilität in Zeiten globaler Turbulenzen
Die zentrale Rolle von Technologievernetzung und Anpassungsfähigkeit betonte auch Omnia-Holdings-CEO Seelan Gobalsamy. Sein Vortrag stand unter der Überschrift „From Global Volatility to Strategic Optionality: Why Resilience Matters More Than Ever“. Gobalsamy legte dar, dass geopolitische Konflikte, der Klimawandel, schwankende Rohstoffpreise und gestörte Lieferketten weltweit ein zunehmend unkalkulierbares Umfeld für die Branchen Bergbau und Landwirtschaft schaffen.
Er verwies auf die Herausforderungen bei Sprengungen und Sprengmitteln, die aus Engpässen bei wichtigen Vorprodukten wie Ammoniak und Schwefel sowie aus gestiegenen Kosten für Kraftstoff und Transport resultieren. „Als ich im vergangenen Jahr hier stand, sprachen wir über Wandel. Wir diskutierten ähnliche Dimensionen von Volatilität, Unsicherheit und Komplexität auf globaler Ebene. Zwölf bis achtzehn Monate später sehen wir nur eines: Der Wandel beschleunigt sich, und er verlangt von uns, anpassungsfähiger und besser vorbereitet zu sein“, erklärte Gobalsamy.
Die Unternehmen dieser Sektoren müssten demnach das aufbauen, was er als „strategische Optionality“ bezeichnet – also die finanzielle und operative Fähigkeit, auf veränderte geopolitische und politische Rahmenbedingungen zu reagieren. Dazu zählten eine breitere Beschaffungsbasis, ausreichende Lagerbestände, Investitionen in Infrastruktur sowie belastbare Partnerschaften mit zahlreichen Akteuren.
„Auf lange Sicht werden Partnerschaften, Kooperationsfähigkeit und die Möglichkeit, Kunden weltweit einen Mehrwert zu bieten, das ausmachen, was uns unterscheidet. Wir werden weiterhin globale Partner in den Bereichen Technologie, Prozesse und Innovation aufbauen“, so Gobalsamy. „Wir werden das Beste Afrikas in die Welt bringen und das Beste der Welt nach Afrika holen“, schloss er.
Für deutsche Anleger und Unternehmen, die im afrikanischen Rohstoffgeschäft engagiert sind, macht der Gipfel deutlich: Technologische Vernetzung und robuste Lieferketten entwickeln sich zu entscheidenden Wettbewerbsvorteilen. Beide Faktoren dürften künftig maßgeblich darüber bestimmen, wie effizient und sicher Minenbetriebe in einem volatilen Marktumfeld arbeiten können.
