ANZEIGE

Deutschland setzt auf CO2-intensive Stahlschienen

Klimafreundlicher Grünstahl bleibt trotz großer Einsparpotenziale ungenutzt

2 Min
Deutschland setzt auf CO2-intensive Stahlschienen

Deutschland setzt weiterhin auf traditionell produzierten Stahl für sein Schienennetz, während andere europäische Länder bereits seit Jahren auf klimafreundlich hergestellte Schienen umsteigen. Die herkömmliche Produktion von Stahl ist äußerst CO2-intensiv und trägt erheblich zu den globalen Emissionen bei. Ein Beispiel für einen alternativen Ansatz ist das französische Unternehmen Saarstahl, das dekarbonisierte Schienen aus sogenanntem Grünstahl anbietet, der mit umweltfreundlicheren Verfahren hergestellt wird. Der Einsatz solcher Schienen könnte die CO2-Emissionen des Zugverkehrs erheblich reduzieren.

Trotz der ökologischen Vorteile spielt der Preis weiterhin die zentrale Rolle bei der Vergabe von Produktionsaufträgen in Deutschland. Weder die Deutsche Bahn noch die Politik wollen die Verantwortung für den Umstieg auf umweltfreundlichere Schienen übernehmen. Während die Deutsche Bahn auf die hohen Kosten des Grünstahls verweist, sieht die Politik noch offene Fragen in der Beschaffung und Definition von grünem Stahl.

Im Vergleich zu herkömmlichem Stahl, der bei der Hochofenroute rund 2,6 Kilogramm CO2 pro Kilogramm Stahl ausstößt, beträgt der CO2-Ausstoß bei Grünstahl lediglich 0,76 Kilogramm pro Kilogramm. Diese Einsparungen könnten bei einer Schienenbestellung von 500.000 Tonnen rund eine Million Tonnen CO2 ausmachen. Doch trotz dieser klaren Vorteile und der potenziellen Umweltauswirkungen, ist Deutschland weiterhin zögerlich.

Während in Frankreich der Preis nur zu 60 Prozent und Umweltaspekte zu 40 Prozent bei der Auftragsvergabe zählen, orientiert sich Deutschland noch immer ausschließlich am Preis. Dies bedeutet, dass Grünstahl trotz höherer Kosten aufgrund der niedrigeren CO2-Werte in Deutschland keine Chance hat, sich durchzusetzen. Auch eine verbindliche europäische Definition für Grünstahl fehlt bislang, was laut dem Verkehrsministerium von Volker Wissing noch geklärt werden muss.

Die Deutsche Bahn steht dennoch mit der Stahlindustrie im Austausch über mögliche Pilotprojekte, und das Bundeswirtschaftsministerium ermutigt staatliche Unternehmen wie die Deutsche Bahn, Nachhaltigkeitsaspekte bei der Beschaffung stärker zu berücksichtigen. Eine Reform des Vergaberechts, die eine Pflicht zur Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien einführen könnte, wird angestrebt. Zudem setzt sich die Deutsche Bahn dafür ein, die Recyclingquote bei Schienenstahl bis 2030 von 25 Prozent auf 45 Prozent zu erhöhen.

Die Einführung einer Kreislaufwirtschaft könnte auch dazu beitragen, die Kosten zu senken und die Qualität zu erhalten. So beschreibt Saarstahl einen Prozess, bei dem Altschienen eingeschmolzen und zu neuen Schienen verarbeitet werden, was sowohl umweltfreundlich als auch kostengünstig ist. Dennoch bleibt der Umstieg auf Grünstahl in Deutschland aufgrund der vorherrschenden Kosten- und Verantwortungslage bisher aus.

StahlDeutsche BahnDeutschlandCO2

Meistgelesene News

  1. USA Rare Earth startet 1,2-Milliarden-Dollar-Magnetwerk in South Carolina
  2. BRICS-Staaten fordern Ende der Sanktionen – Auswirkungen auf Rohstoffmärkte
  3. Trumps Exportbremse: Droht ein US-Verbot für Diesel und Benzin?
  4. Zentralbanken benötigen über 20.000 Tonnen Gold für optimale Reservequote
  5. Talon Metals gibt Pläne für Erzverarbeitung in North Dakota auf

Disclaimer