Chinas Rohölimporte steigen im Januar und Februar kräftig an
Höhere Raffinerieauslastung und strategische Bevorratung treiben Chinas Ölnachfrage zu Jahresbeginn 2026 deutlich nach oben.

China hat im Januar und Februar 2026 deutlich mehr Rohöl importiert als im Vorjahreszeitraum. Laut der Allgemeinen Zollverwaltung beliefen sich die kombinierten Importe auf 96,93 Millionen Tonnen, was einer Tagesrate von rund 11,99 Millionen Barrel entspricht. Die Volksrepublik veröffentlicht die Daten für Januar und Februar stets gemeinsam, um Verzerrungen durch das einwöchige Neujahrsfest auszugleichen – in diesem Jahr fiel das chinesische Neujahr in die zweite Februarhälfte.
Haupttreiber des Anstiegs war eine spürbar höhere Auslastung der chinesischen Raffinerien. Im Januar lag die Kapazitätsauslastung bei 71,3 Prozent, im Februar stieg sie auf 73,2 Prozent. Das chinesische Beratungsunternehmen Oilchem bestätigte, dass beide Werte über den entsprechenden Vorjahreszeiträumen lagen. Ein gesteigerter Raffineriedurchsatz bedeutet, dass die Anlagen mehr Rohöl verarbeiten und entsprechend mehr importieren müssen.
Bevorratung als zusätzlicher Nachfragefaktor
Neben dem höheren Raffineriedurchsatz spielte auch die strategische Bevorratung eine wichtige Rolle. China nutzt günstige Marktphasen regelmäßig, um staatliche und kommerzielle Ölreserven aufzufüllen. Dieser Effekt verstärkte die ohnehin gestiegene Nachfrage der Raffinerien zusätzlich.
Für den globalen Ölmarkt sind Chinas Importdaten von zentraler Bedeutung. Das Land ist der weltgrößte Rohölimporteur und beeinflusst maßgeblich die Preisentwicklung an den internationalen Energiemärkten. Deutsche Anleger, die in Energieunternehmen oder Rohstoff-ETFs investiert sind, sollten die chinesische Nachfrageentwicklung daher genau im Blick behalten.
Die soliden Importzahlen zu Jahresbeginn deuten auf eine robuste Nachfragedynamik in der chinesischen Wirtschaft hin. Ob sich dieser Trend im weiteren Jahresverlauf fortsetzt, hängt unter anderem von der konjunkturellen Entwicklung, möglichen Nachfrageschüben aus dem Transportsektor sowie der weiteren Preisentwicklung am Weltmarkt ab.
