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Britische Windkraft schützt vor Iran-Krieg-Folgen für Energiepreise

Rekordproduktion britischer Windparks puffert steigende Gas- und Ölpreise infolge des US-Iran-Konflikts ab.

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Britische Windkraft schützt vor Iran-Krieg-Folgen für Energiepreise

Großbritannien profitiert in der aktuellen Energiekrise von seinem stark ausgebauten Windkraftsektor. Die Stromlieferungen aus britischen Windparks stiegen im ersten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 31 Prozent – ein Rekordwert. Damit konnte das Land die schlimmsten Folgen des Krieges der USA und Israels gegen den Iran für seine Stromversorgung abfedern.

Die Windkraft machte von Januar bis März rund 42 Prozent der gesamten britischen Stromversorgung aus. Im gleichen Zeitraum 2025 lag dieser Anteil noch bei 33 Prozent. Registrierte Windparks, die direkt in die Netze einspeisen, produzierten rund 33.000 Megawatt pro 30 Minuten – ein Anstieg von 33 Prozent gegenüber 2025.

Dezentrale, kleinere Windanlagen legten ebenfalls zu: Ihre Erzeugung kletterte um rund 27 Prozent auf etwa 7.800 Megawatt pro 30 Minuten. Für beide Kategorien war dies die höchste Produktion seit mindestens 2023, wie Daten des Finanzdienstleisters LSEG belegen.

Gasstrom-Einsatz deutlich gedrosselt

Die höhere Windstromproduktion ermöglichte es britischen Energieversorgern, den Einsatz von Gaskraftwerken erheblich zu reduzieren. Die gasbefeuerte Stromerzeugung sank von Januar bis März im Jahresvergleich um 16 Prozent. Im März allein brach die Gasstromerzeugung sogar um 26 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat ein – genau dann, als die globalen Gasmärkte am heftigsten auf den Kriegsausbruch und die Schließung der Straße von Hormus reagierten.

Seit Ende Februar sind die britischen Referenzpreise für Erdgas um rund 74 Prozent gestiegen – und übertreffen damit sogar den Anstieg der Gaspreise in Festlandeuropa von 67 Prozent im gleichen Zeitraum. Die Fähigkeit der Stromerzeuger, ihren Gasverbrauch zu begrenzen, dürfte den Aufwärtsdruck auf die Stromrechnungen britischer Verbraucher spürbar gedämpft haben.

Zusätzlich zur Windkraft trug auch eine Rekordproduktion britischer Biomasseanlagen – die Holzpellets und Siedlungsabfälle verbrennen – zur Steigerung der sauberen Energieerzeugung bei. Damit konnten Rückgänge bei Kernkraft-, Solar- und Wasserkraftwerken ausgeglichen werden. Die gesamte saubere Energieerzeugung wuchs im ersten Quartal um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Britische Strompreise deutlich unter deutschem Niveau

Die Ergebnisse spiegeln sich direkt in den Großhandelspreisen wider. Im ersten Quartal 2026 lagen die Spot-Großhandelspreise für Grundlaststrom in Großbritannien im Durchschnitt bei rund 89 Euro pro Megawattstunde. In Deutschland betrug der Vergleichswert rund 101 Euro – ein deutlicher Unterschied, der die Vorteile des windkraftintensiven britischen Stromsystems unterstreicht.

Für Deutschland und andere europäische Länder könnte das britische Modell als Blaupause dienen. Wer seine Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduziert, ist in geopolitischen Krisen wie dem aktuellen Iran-Konflikt deutlich besser aufgestellt. Die Zahlen aus dem ersten Quartal 2026 liefern dafür ein eindrucksvolles Praxisbeispiel.

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