Botswanas Präsident drängt auf Abschluss mit De Beers
Ziel ist ein nachhaltiges Abkommen trotz schwieriger Verhandlungen und sinkender Nachfrage

Botswanas neuer Präsident Duma Boko hat angekündigt, dass er die Verhandlungen über ein neues Verkaufsabkommen mit dem Diamantenkonzern De Beers zügig abschließen möchte. De Beers, eine Tochtergesellschaft des Bergbauunternehmens Anglo American, hatte im Vorjahr einem neuen Abkommen zugestimmt, das den Anteil der botswanischen Regierung an Diamanten aus dem gemeinsamen Debswana-Vorhaben innerhalb der nächsten zehn Jahre schrittweise auf 50 % erhöhen würde. Derzeit verkauft die Debswana Diamond Company, die zu gleichen Teilen im Besitz von Botswana und De Beers ist, 75 % ihrer Produktion an De Beers.
Trotz der positiven Einschätzung des Abkommens durch die botswanische Regierung und den scheidenden Präsidenten Mokgweetsi Masisi steht eine Unterzeichnung noch aus. Nach seinem Amtsantritt am Freitag äußerte Boko, dass De Beers aufgrund des bisherigen Verhandlungsverlaufs mit dem Gedanken gespielt habe, sich zurückzuziehen, was er als eine „sehr gefährliche Position für das Land“ bezeichnete. Er erklärte in einer Fernsehansprache, dass die Beziehung zu De Beers durch die Art und Weise der Verhandlungen Schaden genommen haben könnte. Sein erster Schritt sei es, das Unternehmen wieder ins Gespräch einzubeziehen und dessen Bedenken zu verstehen. Boko betonte, dass eine erfolgreiche Verhandlung Kompromisse erfordere und ein dauerhaftes, nachhaltiges Abkommen nur durch gegenseitiges Entgegenkommen möglich sei.
In einer Stellungnahme per E-Mail erklärte ein Sprecher von De Beers, dass das Unternehmen weiterhin mit der Regierung Botswanas zusammenarbeiten werde, um gemeinsame Ziele zu erreichen. Anglo American plant, sich als Teil einer größeren Umstrukturierung von De Beers zu trennen. Masisi hatte bereits im Juli signalisiert, dass die botswanische Regierung ihren Anteil an De Beers von derzeit 15 % erhöhen könnte.
Experten gehen davon aus, dass die Abwicklung von Anglo Americans Umstrukturierungsprozess durch den Abschluss der Wahlen in Botswana erleichtert werden könnte. Der Diamantenindustrie-Analyst Paul Zimnisky äußerte, dass der Diamantensektor die wichtigste Industrie für Botswana darstellt und daher eine der obersten Prioritäten des neuen Präsidenten sein dürfte. Zimnisky erwartet, dass in diesem Bereich Fortschritte zu verzeichnen sein werden.
Die globale Nachfrage nach Luxusgütern, darunter Diamanten, ist stark zurückgegangen, was sich in einem Preisverfall widerspiegelt. Laut Daten der botswanischen Zentralbank sind die Verkäufe von Rohdiamanten bei Debswana in den ersten neun Monaten des Jahres 2024 um etwa 52 % gesunken.
