Botswana vor wirtschaftlichen Herausforderungen durch Diamanteneinbruch
Starker Umsatzrückgang belastet Staatseinnahmen und politische Debatten vor der Wahl

In den ersten neun Monaten des Jahres 2024 sind die Umsätze des Diamantenunternehmens Debswana um etwa 52 % zurückgegangen. Diese Information veröffentlichte die Zentralbank von Botswana am Dienstag und führt den Rückgang auf die anhaltende Schwäche des globalen Diamantenmarktes zurück. Debswana, das zu gleichen Teilen Botswana und der Anglo American Plc gehörende Unternehmen, verkauft rund 75 % seiner Produktion an das Tochterunternehmen De Beers, während der Rest an die staatliche Okavango Diamond Company (ODC) geht. Im vergangenen Jahr vereinbarten Botswana und De Beers eine neue, zehnjährige Verkaufsvereinbarung, wonach ODC 30 % der Debswana-Produktion erhält, ein Anteil, der bis zum Ende des Vertrags auf 50 % ansteigen soll.
Im Zeitraum bis September dieses Jahres erzielte Debswana Diamantenverkäufe im Wert von 1,53 Milliarden US-Dollar. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres betrugen die Verkäufe noch 3,19 Milliarden US-Dollar, wie die Zentralbank Botswanas bestätigte. In der Landeswährung Pula betrachtet, belaufen sich die Verkäufe auf 20,9 Milliarden Pula, was einem Rückgang von 50,3 % entspricht und umgerechnet etwa 1,55 Milliarden US-Dollar beträgt.
Diamanten stellen für Botswana eine zentrale Einkommensquelle dar. Der Staat bezieht zwischen 30 % und 40 % seines Einkommens, 75 % seiner Deviseneinnahmen und ein Drittel seines Bruttoinlandsprodukts aus dem Diamantensektor, und ist weltweit der führende Produzent des Edelsteins nach Wert. Aufgrund der schwachen Entwicklung des globalen Diamantenmarktes und steigender Arbeitslosenzahlen geraten die wirtschaftlichen Herausforderungen des Landes zunehmend in den Fokus. Dies hat auch Auswirkungen auf die bevorstehende Parlamentswahl in Botswana, die am Mittwoch stattfindet. Die wirtschaftliche Lage und die damit verbundenen Probleme spielen eine zentrale Rolle in der politischen Debatte.
Botswanas Präsident Mokgweetsi Masisi, der sich um eine zweite Amtszeit bewirbt, äußerte sich dazu in einer jüngsten Fernsehdebatte und betonte, dass die Diamantenverkäufe seit April deutlich zurückgegangen seien. Trotz dieser Rückgänge seien die wirtschaftlichen Grundlagen des Landes jedoch weiterhin stabil. Die Wahl könnte für Masisi und seine Regierung richtungsweisend sein, da die wirtschaftlichen Bedingungen, insbesondere der Einbruch im Diamantensektor, zu den drängenden Themen zählen, die von den Wählern aufmerksam verfolgt werden.
