Aurubis-Aktien brechen nach Quartalsbericht ein
Earnings bleiben hinter Erwartungen, trotz Fünffachung des Gewinns.

Die Aktien von Aurubis, Europas größtem Kupferproduzenten, fielen am Montag um bis zu 8,8%, nachdem die Ergebnisse für das dritte Quartal die Erwartungen verfehlt hatten. Die vierteljährlichen Gewinne vor Steuern (EBT) des Unternehmens stiegen auf 90 Millionen Euro, was einem Fünffachen des Wertes im gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht, als ein großer Metall-Diebstahl das Schmelzgeschäft belastete. Dennoch blieb das Ergebnis hinter der durchschnittlichen Analystenprognose von 99 Millionen Euro zurück.
Im Vergleich zu vor zwei Jahren gingen die Gewinne um 13% zurück. Der EBT im Segment der kundenspezifischen Schmelz- und Produktgeschäfte von Aurubis betrug im dritten Quartal 82 Millionen Euro, was ebenfalls einem Rückgang von 13% im Vergleich zum Geschäftsjahr 2021-22 entspricht. Damals hatte das Unternehmen die Ergebnisse dieses Segments nach unten korrigiert. Die Einnahmen aus dem Schmelzgeschäft sanken um 7% im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2021-22.
Ein Händler kommentierte, dass die Ergebnisse die Analystenerwartungen für das Gesamtjahr von 467 Millionen Euro als "ziemlich optimistisch" erscheinen ließen. Er fügte hinzu, dass gute Metallpreise den großen Wartungsstillstand in Hamburg hätten ausgleichen sollen, der im Juli abgeschlossen wurde. Die Kupferpreise sind seit einem Rekordhoch im Mai um etwa 18% gefallen, bleiben jedoch historisch betrachtet hoch. Schwache US-Arbeitsmarktdaten und chinesische Fabrikdaten haben die Preise zuletzt gedrückt.
Der Metzler-Analyst Thomas Schulte-Vorwick erklärte, dass das Verfehlen der Gewinnprognosen wahrscheinlich auf höhere als erwartete Kosten im Zusammenhang mit dem Wartungsstillstand in Hamburg und der Eröffnung einer neuen Anlage in den USA zurückzuführen sei. Er fügte hinzu, dass der Aktienkurs von Aurubis in den kommenden Monaten wahrscheinlich von den Kupferpreisen abhängen werde, wobei die scheinbar schwache Produktion in den USA und China "das größte Risiko" darstelle.
Aurubis, das auch mit Metallen wie Gold und Platin handelt, bekräftigte seine Prognose für das Gesamtjahr mit einem EBT von 380-480 Millionen Euro und wies darauf hin, dass das Quartalsergebnis trotz eines großen Anlagestillstands das bisher beste sei.
