Angola LNG plant Kapazitätserweiterung zur Deckung der Gasnachfrage
Neue Projekte und Förderungen sollen Auslastung und Exportpotenzial steigern

Angola Liquefied Natural Gas (ALNG) plant erwägt eine Expansion, um der steigenden Nachfrage nach Erdgas in Europa und Asien gerecht zu werden. Dabei wird über die Hinzufügung eines zusätzlichen "Mini Trains" mit einer Kapazität von drei Millionen Tonnen pro Jahr nachgedacht. Diese Überlegungen sind durch den erwarteten Anstieg der Gaslieferungen in den kommenden 12 Monaten bedingt. Das Unternehmen plant, durch zusätzliche Lieferungen von Chevron bis Ende des Jahres und dem New Gas Consortium bis Ende 2025 erstmals seine volle Kapazität zu erreichen.
Das ALNG-Werk wurde vor mehr als einem Jahrzehnt mit Investitionen in Höhe von 12 Milliarden Dollar gebaut, operierte jedoch lange Zeit unter seiner Kapazität, da die Gasproduktion in den alternden Feldern zurückging. Momentan beträgt die durchschnittliche tägliche Gasversorgung etwa 700 Millionen Kubikfuß, was 70 Prozent der Betriebskapazität entspricht. Das New Gas Consortium, ein Projekt, das durch die Partnerschaft Azule Energy zwischen BP und Eni betrieben wird, soll Ende nächsten Jahres, sechs Monate früher als geplant, die Produktion aufnehmen. Diese zusätzlichen Lieferungen sollen ALNG ermöglichen, erstmals die volle Kapazität zu erreichen. Weitere Ressourcen werden aus dem ersten speziell für die Gasförderung vorgesehenen Bohrloch in Angola erwartet, das Anfang nächsten Jahres gebohrt werden soll.
Die Möglichkeit der Kapazitätserweiterung wird bereits diskutiert. Adriano Mongini, CEO von Azule, erklärte, dass verschiedene Optionen geprüft werden, darunter der Bau eines „Mini Trains“ oder die Erweiterung um einen zusätzlichen „Train“. Die Angola LNG-Anlage, an der Unternehmen wie Chevron, TotalEnergies und Sonangol beteiligt sind, wurde ursprünglich für eine Kapazität von 5,2 Millionen Tonnen pro Jahr ausgelegt. Chevron, als einer der Hauptakteure, unterstützt die Bemühungen, die LNG-Exporte zu maximieren und den inländischen Markt zu fördern. Billy Lacobie, Managing Director von Chevron in Südafrika, bekräftigte dies und wies darauf hin, dass die Sanha Lean Gas Connection die Nutzung der ALNG-Anlage ab Ende 2024 für die nächsten 15 Jahre um 40 Prozent steigern wird.
Angolas kürzlich veröffentlichtes 25-Jahres-Plan zur Entwicklung der Gasressourcen zeigt ehrgeizige Ziele auf: Mehr als 40 Gasfelder sollen erschlossen werden. Die Regierung schätzt, dass das Land über 38 Billionen Kubikfuß an bereits entdeckten Gasreserven und weitere 56 Billionen Kubikfuß an potenziellen Ressourcen verfügt.
