Uniper-Chef: Märkte erwarten schnelles Ende des Nahostkonflikts
Terminpreise für 2027 und 2028 zeigen kaum Auswirkungen – Uniper-CEO Michael Lewis interpretiert dies als klares Marktsignal.

Uniper-Chef Michael Lewis sieht in den aktuellen Terminpreisen ein eindeutiges Signal: Die Finanzmärkte rechnen nicht mit einem langanhaltenden Konflikt im Nahen Osten. Das erklärte der Vorstandsvorsitzende des deutschen Energieversorgers am Mittwoch nach der Vorlage der Jahresergebnisse vor Journalisten.
Laut Lewis zeigen die Terminpreise für Gas und Strom im Jahr 2026 zwar einen deutlichen Aufwärtstrend. Für die Jahre 2027 und 2028 seien jedoch kaum oder gar keine Preisauswirkungen erkennbar. Dies deute klar darauf hin, dass die Märkte von einem kurzfristigen Konflikt ausgehen, nachdem die USA und Israel einen Krieg gegen den Iran begonnen haben.
Keine direkten LNG-Einschränkungen für Uniper
Für Uniper selbst sind die unmittelbaren Auswirkungen nach Angaben von Lewis begrenzt. Das Unternehmen unterliege keinen direkten Beschränkungen bei der LNG-Beschaffung und habe keine geplanten Lieferungen aus der Region, die die Straße von Hormus passieren würden. Auch der Finanzvorstand bestätigte, dass derzeit nur sehr geringe Auswirkungen auf das Margining – also die Sicherheitsleistungen im Energiehandel – zu verzeichnen seien.
Bei Lieferverträgen mit Katar ist Uniper aktuell nicht engagiert. Dennoch sieht Lewis trotz der geopolitischen Spannungen weiterhin Potenzial für künftige Partnerschaften mit Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Das LNG-Portfolio des Unternehmens könnte künftig auch Lieferanten aus dem Nahen Osten umfassen, so der CEO.
Schweden-Geschäft bleibt bei Uniper
Auch zu den schwedischen Aktivitäten des Unternehmens äußerte sich Lewis klar. Uniper werde das Schweden-Geschäft weder verkaufen wollen noch verkaufen. Damit erteilte er entsprechenden Spekulationen eine deutliche Absage.
