Silberpreis bricht nach Trump-Rede um sechs Prozent ein
Trumps TV-Ansprache zur Iran-Lage löst massiven Ausverkauf bei Silber und anderen Edelmetallen aus.

Der Silberpreis hat am 2. April 2026 einen heftigen Rückschlag erlitten. Im Zuge der Fernsehansprache von US-Präsident Donald Trump brach die Feinunze um knapp sechs Prozent auf 70,60 Dollar ein – und beendete damit eine viertägige Rally abrupt. Zeitweise rutschte der Kurs sogar unter die psychologisch wichtige Marke von 70 Dollar.
Trump signalisierte in seiner Rede, dass die strategischen Ziele im Iran weitgehend erreicht seien. Diese Botschaft sorgte für spürbare Entspannung an den Rohstoffmärkten: Investoren preisten die kurzfristige Risikoprämie sofort aus. Die Hoffnung auf ein Ende der Eskalation im Nahen Osten ließ die Nachfrage nach sicheren Häfen rasch abebben.
Dramatischer Absturz seit Jahresbeginn
Der aktuelle Rücksetzer reiht sich in eine Serie schwerer Kursverluste ein. Am 23. März hatte Silber bereits rund acht Prozent auf etwa 61 Dollar nachgegeben. Damit summierte sich der Wertverlust seit Ausbruch des Iran-Konflikts vor gut drei Wochen auf über 30 Prozent. Besonders drastisch fällt der Vergleich mit dem Allzeithoch aus: Ende Januar notierte Silber noch bei 121,65 Dollar – seitdem hat das Metall fast die Hälfte seines Wertes eingebüßt.
Ein zentraler Belastungsfaktor ist die US-Geldpolitik. Die Federal Reserve stellte nach ihrer jüngsten Sitzung lediglich eine einzige Zinssenkung für 2025 in Aussicht, während Marktteilnehmer zuvor zwei Schritte erwartet hatten. Ein starker US-Dollar verschärft die Lage zusätzlich: Da Silber weltweit in Dollar gehandelt wird, verteuert die Aufwertung der Währung das Metall für internationale Käufer und dämpft die Nachfrage spürbar.
Der Iran-Konflikt hat die Ölpreise nach oben getrieben und damit die Inflationssorgen neu entfacht. Hohe Energiekosten – teilweise ausgelöst durch die Blockade der Straße von Hormus – verringern die Chancen auf baldige Zinssenkungen durch die Notenbanken. Da Silber keine laufenden Erträge abwirft, reagiert das Metall besonders sensibel auf ein Umfeld dauerhaft hoher Realzinsen.
Silber zwischen Krisenwährung und Zinsdruck
Mitte März hatte sich Silber kurzzeitig um die 85-Dollar-Marke stabilisiert, bevor eine weitere Verkaufswelle einsetzte. Schon Anfang März war der Preis nach anfänglichen Kriegsgewinnen um sieben Prozent auf 83,05 Dollar abgestürzt. Die anfängliche Flucht in Sicherheit wich schnell der Erkenntnis, dass der Konflikt vor allem wirtschaftliche Kollateralschäden verursacht.
Analysten sehen derzeit kaum Spielraum für eine nachhaltige Erholung. Solange der Inflationsdruck durch hohe Energiepreise anhält und die Zinspolitik der großen Zentralbanken restriktiv bleibt, dürfte Silber zwischen seiner Rolle als Krisenwährung und den harten Realitäten des Zinsumfelds aufgerieben werden. Privatanleger sollten die weitere Entwicklung der Fed-Politik und die geopolitische Lage im Nahen Osten genau im Blick behalten.
