ANZEIGE

Shell erwartet bis 2050 bis zu 85% mehr LNG-Nachfrage

Der Energiekonzern Shell prognostiziert einen massiven Anstieg der weltweiten Flüssigerdgas-Nachfrage in den kommenden Jahrzehnten.

2 Min
Shell erwartet bis 2050 bis zu 85% mehr LNG-Nachfrage

Shell hat am Montag seinen aktuellen LNG-Ausblick veröffentlicht und erwartet einen deutlichen Anstieg der weltweiten Flüssigerdgas-Nachfrage. Ausgehend von 422 Millionen Tonnen pro Jahr (MTPA) im Jahr 2025 soll die Nachfrage bis 2040 auf 650 bis 710 MTPA steigen – ein Wachstum von 54 bis 68 Prozent. Bis 2050 könnten es sogar 610 bis 780 MTPA sein, was einem Anstieg von bis zu 85 Prozent entspricht.

Der britisch-niederländische Energiekonzern betont, dass in den 2030er und 2040er Jahren erhebliche Neuinvestitionen in die Angebotsseite notwendig sein werden. Selbst um das untere Ende der Nachfrageprognosen für 2050 zu bedienen, reichen bestehende und bereits geplante Kapazitäten nicht aus. Shell sieht seine eigenen LNG-Anlagen und Neuentwicklungen dabei gut positioniert – in der unteren Hälfte der Branchenkostenkurve.

Asien treibt das Wachstum

Der wichtigste Wachstumsmotor für LNG ist Asien. Bis 2040 soll der Kontinent 70 Prozent des globalen Nachfrageanstiegs ausmachen. Länder wie China, Indien und weitere aufstrebende Volkswirtschaften in Südostasien gelten als Haupttreiber, da sie zunehmend Kohle durch saubereres Erdgas ersetzen.

Derzeit macht LNG rund 14 Prozent des weltweiten Erdgasangebots aus, was etwa 3 Prozent der globalen Primärenergieversorgung entspricht. Shell erwartet, dass dieser Anteil bis 2040 auf über 4 Prozent steigt und auf diesem Niveau bis 2050 stabil bleibt. Für Investoren im Energiesektor unterstreicht das die langfristige strategische Bedeutung von LNG-Infrastruktur.

Geopolitik beeinflusst Marktausblick

Ungewöhnlich ist Shells Entscheidung, den regulären jährlichen LNG Outlook 2026 nicht zu veröffentlichen. Als Begründung nannte das Unternehmen die unsichere geopolitische Lage sowie Rücksichtnahme auf Partner im Nahen Osten. Der Nahostkonflikt habe zwar zu erhöhter Preisvolatilität geführt, ändere aber nichts am positiv bewerteten langfristigen Ausblick für LNG.

Bemerkenswerterweise könnte der weltweite Gasverbrauch insgesamt in den 2030er Jahren seinen Höchststand erreichen. In Regionen wie Europa und Japan ist dieser Punkt laut Shell bereits überschritten. Die globale LNG-Nachfrage jedoch dürfte mindestens bis 2040 weiter wachsen – ein Auseinanderfallen von regionalem Rückgang und globalem Wachstum, das für Anleger im Energiebereich relevant ist.

Lng-NachfrageShell Lng OutlookFlüssigerdgas PrognoseEnergiewende AsienLng Investitionen

Meistgelesene News

  1. Geheimmission auf dem Bosporus: Schattenflotte-Tanker mit russischem Öl unterwegs
  2. Millennium Silver leitet Drohnenvermessung bei Nevada-Silberprojekt ein
  3. Mais-Futures unter Druck: Dollarstärke und Rekordernte belasten die Preise
  4. USA Rare Earth startet 1,2-Milliarden-Dollar-Magnetwerk in South Carolina
  5. Trumps Exportbremse: Droht ein US-Verbot für Diesel und Benzin?

Disclaimer