Sanktionskurs gegen Teheran: Trump bekräftigt Iran-Strategie trotz Marktrisiken
Trump bereut den Iran-Krieg nicht und stellt sich auf eine längere Auseinandersetzung ein. Die angekündigten neuen US-Sanktionen gegen den iranischen Finanzsektor könnten die Ölpreise zusätzlich beeinflussen und sorgen für volatile Aussichten an den Rohst

US-Präsident Donald Trump hat in einem Gespräch mit Fox News unterstrichen, dass er die militärische Auseinandersetzung mit Iran nicht bedauert – ungeachtet möglicher Konsequenzen für die bevorstehenden Midterm-Wahlen. "Würde ich vor der gleichen Entscheidung stehen, würde ich erneut genauso handeln", erklärte Trump gegenüber Moderatorin Laura Ingraham. Die Aussagen fallen in eine Phase verschärfter Spannungen und wachsender ökonomischer Belastungen für die Führung in Teheran.
Ingraham hatte Trump darauf aufmerksam gemacht, dass die USA ohne den Iran-Konflikt "auf einem sicheren Weg zum Midterm-Sieg" wären. Der Präsident widersprach dieser Sichtweise und verwies auf die mutmaßliche Gefahr eines iranischen Atomprogramms. "Stellen Sie sich vor, wir wären auf Kurs, und plötzlich besitzt Iran eine Nuklearwaffe. Diese würden sie auch einsetzen", so Trump. Er ergänzte, die Islamische Republik könnte mit einer derartigen Waffe Israel und den gesamten Nahen Osten "vernichten" und darüber hinaus US-amerikanische Städte ins Visier nehmen.
Rohstoffmärkte stellen sich auf längere Kampfhandlungen ein
Trumps Äußerungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die internationalen Märkte zunehmend von einem länger andauernden Krieg mit Iran ausgehen. Laut einem Bericht des Wall Street Journal haben ranghohe Berater im Weißen Haus mit Trump bereits Szenarien erörtert, wonach der Konflikt über seine aktuelle Amtszeit hinausgehen könnte. Trump selbst hat mehrfach betont, die Kampfhandlungen würden unmittelbar nach den Midterm-Wahlen enden, und versprach zugleich fallende Öl- und Gaspreise. Diese Ankündigungen reihen sich in monatelange Beteuerungen ein, der Krieg stehe kurz vor seinem Ende – eine Einschätzung, die sich bisher nicht bestätigt hat.
In einem weiteren Interview mit NewsNation wies Trump zudem Meldungen über Beschädigungen an US-Militärausrüstung zurück. Iran hatte zuvor erklärt, mehrere amerikanische Kampfjets auf einem Stützpunkt in Jordanien getroffen zu haben. "Keinerlei Schäden. Gar nichts", entgegnete Trump auf die Frage, ob an den Berichten etwas dran sei.
Washington zieht die Sanktionsschraube an
Parallel zu den militärischen Auseinandersetzungen verstärkt die US-Administration den ökonomischen Druck auf Teheran. Finanzminister Scott Bessent kündigte für die kommende Woche weitere Sanktionen gegen "eine große Bank" an. "Wir werden dies am Montag tun, um das Gedenken an unsere am 11. September gefallenen Bürger zu ehren. Aber behalten Sie diesen Bereich im Auge", so Bessent.
Bereits zuvor hatte die US-Regierung die Dubai-Niederlassungen der zweitgrößten Bank Ägyptens mit Sanktionen belegt und geschlossen. Laut Bessent habe dieses Institut Iran 1,8 Milliarden Dollar zur Verfügung gestellt. Auch die "größte türkische Bank", die Iran unterstützt habe, sei mit Sanktionen belegt worden. Welche Geldhäuser konkret betroffen sind, ließ Bessent offen.
Trump zeigt sich optimistisch
Auf die Frage, wie Iran unter dem aktuellen wirtschaftlichen Druck weiter durchhalten könne, äußerte sich Trump im NewsNation-Interview zuversichtlich: "Ich weiß nicht, ob sie durchhalten können. Aber es wird sich nach den Wahlen klären. Oder vielleicht früher. Aber es wird sich direkt nach der Wahl klären."
Die Entwicklungen am Golf bleiben damit ein maßgeblicher Unsicherheitsfaktor für die globalen Märkte. Für Anleger in Rohstoffwerten zeichnen sich angesichts der widersprüchlichen Signale aus Washington – einerseits die Aussicht auf ein baldiges Kriegsende, andererseits die Vorbereitung auf eine längere Auseinandersetzung – weiterhin volatile Zeiten ab. Die avisierten neuen Sanktionen gegen den iranischen Finanzsektor könnten die Lage zusätzlich anheizen und die Ölpreise weiter in Bewegung halten.
