ANZEIGE

Kupferpreis stürzt ab: Trump-Zollpolitik verunsichert Rohstoffmärkte

Kupferpreis und Bergbauaktien sind nach einem Bericht über unklare US-Zollentscheidungen eingebrochen. Comex-Futures verloren 4,4 Prozent, Freeport-McMoRan stürzte um 7,2 Prozent ab – die Unsicherheit um Trumps Zollpolitik belastet die Rohstoffmärkte mass

3 Min
Kupferpreis stürzt ab: Trump-Zollpolitik verunsichert Rohstoffmärkte

Die Notierungen für Kupfer sowie die Aktienkurse amerikanischer Minenunternehmen sind am Donnerstag kräftig unter Druck geraten. Auslöser war ein Reuters-Bericht, demzufolge das Weiße Haus bislang keine definitive Entscheidung über mögliche Importabgaben auf verarbeitetes Kupfer getroffen hat. Die US-Regierung wägt die Förderung der inländischen Erzeugung gegen steigende Belastungen für Produzenten und Endverbraucher ab.

Die Kupfer-Futures an der Comex verloren rund 4,4 Prozent und notierten bei 6,59 Dollar je Pfund. Erst am Vortag hatte der Rohstoff mit 6,89 Dollar ein historisches Allzeithoch markiert. Die Papiere der bedeutendsten Bergbaukonzerne kamen daraufhin ebenfalls massiv unter Verkaufsdruck.

Schwere Verluste bei Minenwerten

Freeport-McMoRan (NYSE: FCX), der größte Kupferproduzent der USA, verbuchte einen Kursrückgang von 7,2 Prozent auf 70,78 Dollar. Die Marktteilnehmer bewerten die Zollstrategie nun neu, die zuvor noch für steigende Notierungen bei Kupfer- und Bergbauwerten gesorgt hatte. Auch weitere Schwergewichte der Branche mussten deutliche Einbußen hinnehmen: Teck Resources (TSX, NYSE: TECK) fiel um rund 6,8 Prozent auf 65,54 Dollar, Hudbay Minerals (TSX, NYSE: HBM) büßte 7,7 Prozent ein und schloss bei 26,60 Dollar. Rio Tinto (LSE, NYSE, ASX: RIO) gab um 4,2 Prozent auf 99,33 Dollar nach. In London verlor Antofagasta (LSE: ANTO) 6,1 Prozent und landete bei 37,52 Pfund (50,77 Dollar).

Ein Vertreter des Weißen Hauses teilte Reuters mit, die Regierung prüfe weiterhin Optionen, die Kupferproduktion sowie andere kritische Fertigungsprozesse wieder in die USA zu verlagern. Die abwartende Haltung offenbart einen grundlegenden Zielkonflikt für Präsident Donald Trumps Vorhaben, die heimische Kupferindustrie zu revitalisieren.

Das Spannungsfeld der Zollpolitik

Importabgaben könnten zwar die Rentabilität von US-Minen, Schmelzereien und Raffinerien verbessern. Allerdings würden sie gleichzeitig die Materialkosten für Sektoren wie Elektroausrüstung, Fahrzeugbau und Baubranche in die Höhe treiben – und das in einer Phase, in der Washington die Erschwinglichkeit in den Fokus rückt. Trump hatte im Vorjahr darauf verzichtet, raffiniertes Kupfer zu besteuern, als er Abgaben auf Halbfertigwaren wie Rohre und Kabel verhängte. Seine Anordnung ließ jedoch einen gestaffelten Zollsatz von 15 Prozent auf raffiniertes Kupfer ab dem 1. Januar 2027 zu, der im Jahr 2028 auf 30 Prozent ansteigen würde.

Die Erwartungshaltung bezüglich der Zölle hat die globalen Kupferströme bereits massiv beeinflusst. Händler haben riesige Mengen in die Vereinigten Staaten umgeleitet, in Erwartung künftiger Abgaben. Dies trug zum Aufbau eines der größten Kupferlagerbestände weltweit bei und ließ die Verfügbarkeit an anderen Standorten schrumpfen, wie Reuters berichtete.

Chinesische Nachfrageflaute, knapperes Angebot

Die Lage steht in deutlichem Kontrast zu China, dem weltweit größten Kupferabnehmer. Das Land importierte im August 382.000 Tonnen Rohkupfer und Kupferprodukte – der schwächste August seit sechs Jahren. Die Einfuhren von Januar bis August summierten sich auf insgesamt 3,3 Millionen Tonnen, ein Minus von 6,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Auch das fundamentale Förderangebot aus den Minen wird zunehmend knapper. Die weltweite Kupferbergbauproduktion ging im ersten Halbjahr 2026 um 1,1 Prozent zurück, wie Daten der International Copper Study Group belegen. Ein Rückgang der Konzentratförderung um 2,6 Prozent überkompensierte dabei einen Anstieg der Lösungsmittelextraktion-Elektrogewinnungs-Produktion um 4,3 Prozent.

Morgan Stanley, das zu Jahresbeginn noch von einem Anstieg der Minenförderung ausgegangen war, rechnet nun damit, dass die Produktion im Jahr 2026 stagnieren oder leicht rückläufig sein wird. Ein Förderrückgang wäre der erste jährliche Schrumpfungsprozess im globalen Kupferbergbau seit 2017.

US-Markt besonders verwundbar

Die Vereinigten Staaten sind besonders anfällig für Versorgungsengpässe. Sie importieren rund die Hälfte des benötigten Kupfers und betreiben lediglich zwei aktive Schmelzwerke, die Freeport-McMoRan und Rio Tinto gehören. Washington bemüht sich derzeit, inländische Projekte zu beschleunigen, darunter das Resolution-Copper-Vorhaben von Rio und BHP in Arizona.

Einstweilen sorgt die Ungewissheit selbst dafür, dass Kupfer in US-Lagern gebunden bleibt. Eine unklare Zollstrategie verringere den Anreiz für Händler, Metalle zurück auf die internationalen Märkte zu bringen, erklärte Jacob White, Rohstoffanalyst bei Sprott Asset Management, gegenüber Reuters. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Regierung einen klaren Kurs findet – oder ob die anhaltende Verunsicherung den Markt weiter belastet.

KupferpreisBergbauaktienTrump ZölleFreeport-McmoranComex KupferRohstoffmarktKupferbergbau

Meistgelesene News

  1. BRICS-Staaten fordern Ende der Sanktionen – Auswirkungen auf Rohstoffmärkte
  2. USA Rare Earth startet 1,2-Milliarden-Dollar-Magnetwerk in South Carolina
  3. Trumps Exportbremse: Droht ein US-Verbot für Diesel und Benzin?
  4. Talon Metals gibt Pläne für Erzverarbeitung in North Dakota auf
  5. Zentralbanken benötigen über 20.000 Tonnen Gold für optimale Reservequote

Disclaimer