Russlands LNG-Exporte steigen – Europa kauft deutlich mehr
Trotz westlicher Sanktionen lieferte Russland im ersten Quartal 2026 mehr Flüssiggas als je zuvor.

Russlands LNG-Exporte sind im ersten Quartal 2026 um 8,9 Prozent auf 8,6 Millionen Tonnen gestiegen. Das zeigen vorläufige Daten des Datenananbieters LSEG vom Mittwoch. Besonders auffällig: Allein im März legten die Exporte im Jahresvergleich um 13,9 Prozent auf 3,04 Millionen Tonnen zu.
Die US-Sanktionen gegen Russland infolge des Ukraine-Kriegs hatten zuletzt insbesondere die Anlage Arctic LNG 2 belastet. Dort erschwerten Probleme bei der Abnehmersuche den regulären Betrieb. Dennoch lieferte Arctic LNG 2 im Berichtszeitraum rund 800.000 Tonnen und trug damit zur Gesamtsteigerung bei.
Europa kauft mehr russisches LNG – trotz Importverbot
Besonders bemerkenswert ist der Anstieg der russischen LNG-Lieferungen nach Europa. Im Quartal bis Ende März stiegen sie im Jahresvergleich um 17 Prozent auf 4,8 Millionen Tonnen. Im März allein wurden 1,7 Millionen Tonnen geliefert, verglichen mit 1,33 Millionen Tonnen im Vorjahreszeitraum.
Dies geschieht, obwohl die Europäische Union ein Importverbot für russisches Pipeline-Gas bis Ende 2027 sowie für neue kurzfristige russische LNG-Verträge ab Ende April 2026 verhängt hat. Im Januar gaben die EU-Mitgliedstaaten ihre endgültige Zustimmung zu diesen Maßnahmen. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte seinerseits erklärt, sein Land könne Gaslieferungen aus Europa umleiten.
Den Daten zufolge wurden in diesem Jahr bislang sämtliche Tanker der Novatek-Anlage Yamal LNG nach Europa entsandt. Die Gesamtexporte von Yamal LNG gingen im ersten Quartal jedoch leicht um 2 Prozent auf 4,8 Millionen Tonnen zurück. Die auf den asiatischen Markt ausgerichtete Anlage Sakhalin-2, die von Gazprom kontrolliert wird, steigerte ihre Exporte leicht auf 2,8 Millionen Tonnen, nach 2,7 Millionen Tonnen im Vorjahresquartal.
