Rosatom evakuiert Personal aus iranischem Atomkraftwerk Buschehr
Explosionen nahe der Anlage zwingen den russischen Staatskonzern zum Handeln.

Der russische Atomkonzern Rosatom plant die Evakuierung von bis zu 200 Mitarbeitern aus dem iranischen Kernkraftwerk Buschehr. Grund ist die eskalierende Gewalt in unmittelbarer Nähe der Anlage. Rosatom-Chef Alexej Lichatschow bestätigte die Pläne gegenüber der russischen Staatsagentur TASS.
Lichatschow zufolge sind Explosionen bereits in wenigen Kilometern Entfernung vom Sicherheitsbereich des Kraftwerks zu hören. Dies stelle eine direkte Bedrohung für die von Russland errichtete Anlage dar. Die Gefahr nehme mit zunehmender Intensität des Konflikts weiter zu, warnte der Rosatom-Chef.
Derzeit sind rund 700 russische Spezialisten in dem iranischen Kraftwerk tätig. Rosatom hat bereits etwa 100 nicht betriebsnotwendige Mitarbeiter vom Standort abgezogen. Nun sollen bis zu 200 weitere Beschäftigte evakuiert werden.
Strategisches Herzstück russisch-iranischer Zusammenarbeit
Das Kernkraftwerk Buschehr wurde von Russland gebaut und gilt als zentrales Element der Kooperation zwischen Moskau und Teheran im Nuklearbereich. Die Anlage versorgt den Iran mit Strom und symbolisiert die enge energiepolitische Verflechtung beider Länder. Eine Beschädigung oder Stilllegung hätte weitreichende Folgen für die iranische Energieversorgung.
Für Anleger und Beobachter der Energiemärkte ist die Lage bedeutsam: Eine Eskalation rund um das Kraftwerk könnte nicht nur die russisch-iranischen Beziehungen belasten, sondern auch Auswirkungen auf die geopolitische Stabilität der Region haben. Buschehr liegt im Südwesten des Iran, unweit des Persischen Golfs – einer der wichtigsten Energiekorridore der Welt.
