TEPCO wagt neuen Anlauf: Kashiwazaki-Kariwa soll am 9. Februar wieder starten
Block 6 war nach einer Fehlfunktion Ende Januar schon einen Tag nach dem ersten Hochfahren seit rund 14 Jahren wieder abgeschaltet worden

Ein Reaktor, der nach rund 14 Jahren Pause endlich wieder ans Netz geht – und schon am nächsten Tag wegen einer Störung wieder abgeschaltet wird: Genau dieses Bild liefert TEPCO derzeit in Kashiwazaki-Kariwa. Der Konzern will den Block 6 des Atomkraftwerks am 9. Februar 2026 erneut hochfahren, wie ein Unternehmensvertreter auf einer Pressekonferenz ankündigte.
Der Reaktor mit 1.360 Megawatt war Ende Januar vom Netz genommen worden, nachdem eine Fehlfunktion entdeckt worden war – nur einen Tag, nachdem die Anlage erstmals seit etwa 14 Jahren wieder in Betrieb gegangen war. Das ist mehr als ein technisches Detail: Solche Start-Stopp-Manöver sind Gift für das Vertrauen in einen stabilen Betrieb.
Rückkehr unter besonderer Beobachtung
Kashiwazaki-Kariwa gilt als größtes Kernkraftwerk der Welt – und für TEPCO ist es der erste Reaktor-Neustart seit der Fukushima-Katastrophe 2011. Genau deshalb steht jeder Schritt unter dem Brennglas: Nicht der Zeitplan entscheidet über die Glaubwürdigkeit, sondern die Frage, ob der Betrieb diesmal ohne neue Aussetzer läuft.
Einerseits sendet TEPCO mit dem angekündigten Datum ein klares Signal: Der Konzern traut der Technik offenbar wieder den nächsten Anlauf zu. Andererseits zeigt der schnelle Ausfall nach dem ersten Hochfahren, wie dünn das Eis sein kann – und wie schnell eine vermeintliche Rückkehr zur Normalität wieder kippt.
Was jetzt zählt
Die entscheidende Frage lautet nun: Wird der Neustart am 9. Februar zum belastbaren Schritt nach vorn – oder bleibt es bei einem kurzen Aufflackern, das die Unsicherheit nur verlängert? Entscheidend wird sein, ob TEPCO nicht nur wieder startet, sondern auch durchhält.
