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Ölpreisschock treibt DAX auf Jahrestief – LNG-Preise explodieren

Der Nahost-Konflikt erschüttert die globalen Finanzmärkte mit einem massiven Energiepreisanstieg.

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Ölpreisschock treibt DAX auf Jahrestief – LNG-Preise explodieren

Der deutsche Leitindex DAX steht zum Wochenstart unter extremem Druck. Der Broker IG taxiert den DAX vor dem Xetra-Start 3,4 Prozent tiefer auf 23.795 Punkte – das wäre der tiefste Stand seit Frühjahr 2025. Gegenüber dem Rekordhoch von über 25.500 Punkten im Januar entspräche dies einem Minus von elf Prozent.

Auslöser ist der dramatische Anstieg der Rohölpreise infolge des anhaltenden Nahost-Konflikts. Der Preis für ein Barrel Brent und WTI sprang über das Wochenende zeitweise auf rund 115 Dollar – den höchsten Stand seit Juli 2022. Zum Vergleich: Anfang Januar lag Brent noch bei gut 60 Dollar pro Barrel.

Bruce Kasman, Chefvolkswirt von JPMorgan, rechnet kurzfristig mit einem weiteren Anstieg auf bis zu 120 Dollar. Sollte der Konflikt andauern, könnte ein nachhaltiger Ölpreis über 120 Dollar eine globale Rezession auslösen. Kasman zufolge würde ein solches Szenario das weltweite Wirtschaftswachstum im ersten Halbjahr um 0,6 Prozentpunkte drücken und die Verbraucherpreise um einen Prozentpunkt anheben.

Rezessionsrisiko und Inflationssorgen

Commerzbank-Volkswirte Christoph Balz und Marco Wagner sehen kein baldiges Ende des Konflikts. Ihr Basisszenario geht zwar von kurzen Behinderungen des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus aus, doch das Risiko monatelanger Angriffe sei angesichts des angestrebten Regimewechsels real. Im Euroraum wäre bei einem nachhaltigen Ölpreisanstieg eine Inflationsrate von drei Prozent denkbar – mit spürbaren Bremswirkungen für das Wirtschaftswachstum.

Auch die asiatischen Aktienmärkte gerieten massiv unter Druck. In Tokio verlor der Nikkei mehr als sechs Prozent, der breite Topix notierte über fünf Prozent tiefer. Die südkoreanische Börse brach sogar um 8,1 Prozent ein. Vishnu Varathan von der Bank Mizuho warnte, Asien leide als Netto-Energieimporteur am stärksten unter dem Ölpreisanstieg – sichere Häfen seien kaum zu finden. Die Börsen in Shanghai und Shenzhen verloren jeweils über ein Prozent.

LNG-Preise auf höchstem Stand seit 2022

Parallel zur Ölkrise explodieren die globalen Erdgaspreise. LNG-Terminkontrakte für Asien liegen 2026 im Jahresdurchschnitt bei rund 12,95 US-Dollar pro Million British Thermal Units (MMBtu) – ein Plus von 53 Prozent gegenüber 2025 und der höchste Jahresdurchschnitt seit 2022. In Europa notieren die TTF-Referenzfutures für 2026 bei durchschnittlich 12,41 Dollar pro MMBtu, was einem Anstieg von 49 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Ein Mangel an verfügbaren LNG-Tankschiffen und begrenzte Verflüssigungskapazitäten verschärfen die Lage zusätzlich. Große Exporteure außerhalb des Nahen Ostens lenken verfügbare Lieferungen um, angelockt durch historisch hohe Gewinnmargen. US-Exporteure profitieren dabei am stärksten: Bei geschätzten Gaskosten von 3,63 Dollar pro MMBtu können sie selbst nach Abzug von Verflüssigungs- und Schifffahrtskosten Gewinne von über 200 Prozent erzielen.

Die USA hatten 2025 rund 68 Prozent ihrer LNG-Exporte nach Europa geliefert. Aktuelle Ladedaten für das erste Quartal 2026 zeigen jedoch, dass die US-Exporteure ihre Lieferungen nach Asien um fast 20 Prozent erhöht haben – von 3,16 auf 3,75 Millionen Tonnen. Die Lieferungen nach Europa stiegen im gleichen Zeitraum von 19,8 auf 22,7 Millionen Tonnen. Australien bleibt aufgrund kürzerer Transitzeiten ein bevorzugter Lieferant für asiatische Käufer, während Russland, Malaysia und Nigeria zusätzliche Konkurrenz auf dem globalen LNG-Markt bieten.

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