Ölpreisschock durch Nahost-Krise trifft globale Märkte hart
Eskalierender Iran-Konflikt lässt Brent-Öl auf fast 120 Dollar steigen und löst weltweite Rezessionsängste aus.

Der Konflikt im Nahen Osten hat die globalen Finanzmärkte in schwere Turbulenzen gestürzt. Die de-facto-Blockade der Straße von Hormus – durch die rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels fließt – hat den Brent-Rohölpreis kurzzeitig auf knapp 120 Dollar pro Barrel getrieben. Das entspricht einem Anstieg von rund 60 Prozent seit Beginn der Auseinandersetzungen und markiert den größten Tagesanstieg seit Jahren.
Die Folgen sind unmittelbar spürbar: Kerosinpreise erreichten Rekordhöhen von umgerechnet rund 190 Dollar pro Barrel, da Europa zur Hälfte auf Öl aus dem Persischen Golf angewiesen ist. Kuwaitische Produzenten sollen die Förderung bereits gedrosselt haben, weil die Lagertanks wegen des stockenden Exports voll laufen. Katars Energieminister warnte, sollten die Golfstaaten die Produktion vollständig einstellen, könnten die Preise auf 150 Dollar pro Barrel klettern.
Börsen weltweit unter Druck
Die Aktienmärkte reagierten mit massiven Verlusten. Der japanische Nikkei verlor rund 7 Prozent, der südkoreanische KOSPI sogar etwa 8 Prozent. Beide Länder zählen zu den größten Ölimporteuren Asiens. Der deutsche DAX wird mit einem Minus von 2,7 bis 3,4 Prozent erwartet – ein Niveau, das zuletzt im Frühjahr 2025 erreicht wurde. Analysten von Goldman Sachs, Barclays und der Deutschen Bank sehen erhebliche Abwärtsrisiken für europäische Aktien.
Am Anleihemarkt steigen die Renditen weltweit, da Investoren sich gegen beschleunigte Inflation absichern. JPMorgan prognostiziert: Bleiben die Ölpreise über 120 Dollar, könnte das globale Wachstum im ersten Halbjahr um 0,6 Prozentpunkte sinken und die Verbraucherpreise um einen Prozentpunkt steigen. Zentralbanken stehen damit vor dem Dilemma, trotz schwächelnder Konjunktur die Zinsen hoch zu halten.
Geopolitischer Kontext und deutsche Reaktion
Die Ernennung von Mojtaba Khamenei zum neuen Obersten Führer des Iran gilt als Signal für eine Fortsetzung des harten Kurses in Teheran. US-Präsident Trump bezeichnete die steigenden Preise als „sehr geringen Preis
