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Ölpreis steigt 3% – Iran-Konflikt schürt Versorgungsängste

Eskalierende Kämpfe im Nahen Osten treiben Brent auf 84 Dollar – Straße von Hormus im Fokus.

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Ölpreis steigt 3% – Iran-Konflikt schürt Versorgungsängste

Die Ölpreise haben am Donnerstag kräftig zugelegt und ihre Rally auf fünf Handelstage in Folge ausgedehnt. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich um 3,26 Prozent auf 83,99 Dollar pro Barrel, während die US-Sorte WTI um 3,70 Prozent auf 77,42 Dollar kletterte. Auslöser sind anhaltende Versorgungsängste infolge des eskalierenden Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran.

Der Iran feuerte am frühen Donnerstag erneut Raketen auf Israel ab und trieb Millionen Einwohner in Luftschutzkeller. Parallel dazu versenkte ein US-U-Boot vor Sri Lanka ein iranisches Kriegsschiff – mindestens 80 Menschen kamen ums Leben. Die NATO-Luftabwehr zerstörte zudem eine auf die Türkei abgefeuerte iranische Rakete. Der Konflikt befindet sich damit in seinem sechsten Tag.

Iranische Streitkräfte haben bereits Öltanker in der Nähe der Straße von Hormus angegriffen. Die britische Behörde United Kingdom Maritime Trade Operations meldete Explosionen nahe eines Tankers vor Kuwait. Die Meerenge ist eine zentrale Versorgungsader für rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggasangebots.

Irak drosselt Produktion – Katar ruft Force Majeure aus

Der Irak, zweitgrößter OPEC-Produzent, hat seine Förderung mangels Lagerkapazitäten und Exportwegen um fast 1,5 Millionen Barrel pro Tag reduziert. Katar, der größte Flüssigerdgas-Produzent am Golf, rief Force Majeure für Gasexporte aus. Quellen zufolge könnte die Rückkehr zu normalen Produktionsmengen mindestens einen Monat dauern.

Mindestens 200 Schiffe – darunter Öl- und LNG-Tanker sowie Frachtschiffe – liegen laut Reuters-Auswertung von MarineTraffic-Daten vor den Küsten des Iraks, Saudi-Arabiens und Katars vor Anker. Hunderte weitere Schiffe warten außerhalb der Straße von Hormus und können ihre Zielhäfen nicht erreichen. Die Blockade trifft damit einen der kritischsten Knotenpunkte der globalen Energieversorgung.

Analysten der australischen ANZ-Bank sehen anhaltende Versorgungsrisiken als treibende Kraft hinter den steigenden Notierungen. Zwei Ölhändler äußerten sich gegenüber Reuters bullish für die weitere Preisentwicklung, da eine schnelle Lösung des Konflikts unwahrscheinlich erscheine. Zusätzlich sorgt die Nachfolge des getöteten iranischen Obersten Führers für Unsicherheit – sein einflussreicher Sohn gilt als Favorit, was auf eine Fortsetzung der harten Linie Teherans hindeutet.

China stoppt Kraftstoffexporte

Chinas Regierung hat heimische Unternehmen angewiesen, keine neuen Exportverträge für raffinierte Kraftstoffe mehr abzuschließen und bereits zugesagte Lieferungen wenn möglich zu stornieren. Dies dürfte die globale Versorgungslage weiter verschärfen und die Preise zusätzlich stützen. Für deutsche Verbraucher und Unternehmen bedeutet die Entwicklung steigende Energiekosten, sollte der Konflikt anhalten.

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