Ölfelder im Südosten Libyens stellen Produktion ein
Ingenieure berichten von vollständigen und teilweisen Produktionsstopps aufgrund regionaler Anweisungen

Zwei Ölfelder im Südosten Libyens haben ihre Produktion eingestellt, und ein weiteres hat seine Produktion reduziert, wie Ingenieure vor Ort am Dienstag mitteilten. Diese Maßnahmen stehen im Einklang mit einem Plan zur Reduzierung der Ölproduktion, der am Montag angekündigt wurde. Die Anordnung zur Schließung der Ölfelder wurde von der östlich gelegenen Verwaltung erlassen. Bisher gibt es jedoch noch keine Bestätigung von der international anerkannten Regierung in Tripolis oder von der National Oil Corporation (NOC), die die Ölressourcen des Landes kontrolliert.
Die rivalisierende Regierung in Benghazi ist international nicht anerkannt, doch die meisten Ölfelder stehen unter der Kontrolle des ostlibyschen Militärführers Khalifa Haftar. Laut den Ingenieuren wurden die Produktionsaktivitäten in den Amal- und Nafoora-Ölfeldern vollständig eingestellt. Am Abu Attifel-Ölfeld wurde die Produktion hingegen nur reduziert. Diese Ölfelder im Osten des Landes tragen fast vollständig zur Ölproduktion Libyens bei.
Die Tochtergesellschaft der NOC, die Waha Oil Company, hatte bereits am Montag angekündigt, die Produktion schrittweise zu reduzieren und warnte vor einem vollständigen Produktionsstopp in Libyen. Als Grund wurden ungenannte „Proteste und Druckausübungen“ genannt. Auch eine weitere Tochtergesellschaft, die Sirte Oil Company, kündigte an, ihre Produktion zu drosseln.
Libyens gesamte Ölproduktion belief sich im Juli auf etwa 1,18 Millionen Barrel pro Tag, wie die Organisation der Erdöl exportierenden Länder (OPEC) unter Berufung auf sekundäre Quellen berichtete.
