Gericht bestätigt Genehmigung für neues Gaskraftwerk in Teesside
Klimaaktivist scheitert mit Klage gegen BP-unterstütztes Projekt zur CO₂-Reduktion

Das Londoner High Court hat die Genehmigung für ein neues, von BP unterstütztes gasbetriebenes Kraftwerk als rechtmäßig eingestuft und damit eine rechtliche Anfechtung gegen das Projekt abgewiesen. Der Klimaaktivist Andrew Boswell hatte rechtliche Schritte gegen die Entscheidung eingeleitet, das Kraftwerk mit Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (CCS) im nordöstlichen England, genauer in Teesside, zu errichten. Das Projekt, bekannt als Net Zero Teesside Power, ist ein gemeinsames Vorhaben von BP und Equinor und sieht den Bau einer Anlage mit einer Kapazität von bis zu 860 Megawatt vor. Die Anlage soll nach ihrer Fertigstellung CO₂-Emissionen nach dem Verbrennungsprozess abscheiden und speichern, um zur Erreichung der britischen Klimaziele beizutragen.
Boswells Anwälte argumentierten vor Gericht, dass die Ministerien nicht ausreichend begründet hätten, warum sie zu dem Schluss gelangten, dass die Entwicklung des Kraftwerks dazu beitragen würde, das Ziel der Regierung zur Erreichung von Netto-Null-Emissionen zu unterstützen. Sie kritisierten insbesondere, dass die Argumentation der Regierung nicht hinreichend dargelegt wurde, um die Genehmigung zu rechtfertigen.
Richterin Nathalie Lieven wies die Klage von Boswell in einer schriftlichen Entscheidung zurück. Sie stellte fest, dass das Vorhaben sowohl in der nationalen Planungs- als auch in der Energiepolitik stark unterstützt werde. Dies sei ein entscheidender Faktor für die Rechtmäßigkeit der Genehmigung. Die Richterin betonte, dass die Unterstützung durch nationale Politik einen starken rechtlichen Rahmen für die Genehmigung des Projekts darstelle und die von Boswell vorgebrachten Bedenken nicht ausreichten, um die Entscheidung aufzuheben.
Das Urteil stellt einen bedeutenden Schritt für das Net Zero Teesside Power-Projekt dar, das als Teil der britischen Bemühungen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen gilt. Das Projekt zielt darauf ab, fossile Brennstoffe mit modernen Technologien zu nutzen, um die Auswirkungen auf das Klima zu minimieren. Trotz des Widerstands von Klimaaktivisten, die das Vorhaben als Rückschritt in der Klimapolitik sehen, bleibt die Genehmigung des Projekts bestehen. Es wird erwartet, dass die Anlage einen wichtigen Beitrag zur Energieversorgung des Vereinigten Königreichs leisten wird, während sie gleichzeitig den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft unterstützt.
