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Milliardenschwerer Öl-Pakt USA-Venezuela: Rechtliche und wirtschaftliche Risiken für Anleger

Ein umstrittenes Ölabkommen zwischen den USA und Venezuela über 65 Milliarden Barrel Rohöl stößt auf massive rechtliche und wirtschaftliche Bedenken – für Rohstoffanleger bleibt die Umsetzung höchst unsicher.

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Milliardenschwerer Öl-Pakt USA-Venezuela: Rechtliche und wirtschaftliche Risiken für Anleger

Ein milliardenschweres Ölabkommen zwischen Washington und Caracas sorgt für Kontroversen. US-Präsident Donald Trump kündigte den Pakt an, Venezuelas Interimspräsidentin Delcy Rodriguez bestätigte ihn. Demnach erhält die US-Seite Zugriff auf 65 Milliarden Barrel förderbares Rohöl – eine Menge, die die gesamten nachgewiesenen Ölreserven der USA von 46 Milliarden Barrel übertrifft.

Allerdings melden Fachleute und Rechtsexperten erhebliche Zweifel an der Legalität und der praktischen Durchführbarkeit des Vorhabens an und verlangen mehr Offenlegung. Der Vertrag kam ohne Ausschreibungsverfahren und hinter verschlossenen Türen zustande. Kritikerin Luisa Palacios von der Columbia University befürchtet, dass das Abkommen die ohnehin angeschlagenen staatlichen Strukturen Venezuelas weiter destabilisieren könnte, statt das Investitionsrisiko zu verringern.

Rechtliche Grauzonen und fehlende Transparenz

Juan Carlos Apitz, Dekan der juristischen Fakultät der Zentraluniversität von Venezuela, gibt zu bedenken, dass der Vertrag trotz der Anerkennung durch Washington künftig vor Gericht angefochten werden könnte. Der Grund: Die USA – nicht Venezuela – sollen die Betreibergesellschaften bestimmen. Dies wirft fundamentale Fragen zur Hoheit Venezuelas über seine eigenen Rohstoffvorkommen auf.

Auch die ökonomischen Konditionen stehen heftig in der Kritik. Francisco Monaldi vom Baker Institute der Rice University bezeichnete die avisierten Steuereinnahmen als „unglaublich niedrig“ und monierte die mangelnde Transparenz der venezolanischen Ölpolitik. Diese steht seit der Festnahme von Präsident Nicolas Maduro im Januar unter US-Kontrolle.

Die Eckdaten des Deals

Laut Rodriguez ist der Pakt auf mindestens 25 Jahre angelegt und soll Investitionen von 100 Milliarden Dollar sowie 209,3 Milliarden Dollar an Lizenzgebühren und Abgaben sichern. Pro Barrel verblieben demnach rund 19 Dollar bei Venezuela. Die 65 Milliarden Barrel stammen aus 17 Ölfeldern, hauptsächlich aus der Orinoco-Region und dem Maracaibo-See.

Eine Untersuchung von Gas Energy Latin America hält eine Förderung von 63,7 Milliarden Barrel bei einem Rückgewinnungsfaktor von 20 Prozent für technisch realisierbar – ein Wert, der bislang jedoch nicht erzielt wurde. Das Unternehmen North American Blue Energy Partners (NABEP), das als Mittler zwischen Caracas und Washington fungiert, bekräftigte sein Interesse an der operativen Umsetzung.

Strategische Dimension für die USA

Für die Vereinigten Staaten besitzt der Deal strategische Tragweite. Angesichts steigender Benzinpreise und der Spannungen mit dem Iran plant Trump, die zusätzlichen Ölimporte zur Wiederbefüllung der strategischen Erdölreserve zu nutzen. Diese war zuletzt auf ein 44-Jahres-Tief von 290 Millionen Barrel gesunken. Die geplante 55-prozentige US-Beteiligung an der Partnerschaft würde den Anteil venezolanischen Öls an den US-Importen weiter erhöhen – dieser liegt gegenwärtig bereits bei etwa 60 Prozent der venezolanischen Ausfuhren.

Während das Weiße Haus Anfragen an das Energieministerium weiterleitete, das keine Stellungnahme abgab, bleibt die Zukunft des Abkommens offen. Das Zusammenspiel aus rechtlichen Anfechtungsmöglichkeiten, mangelnder Transparenz und wirtschaftlichen Unwägbarkeiten lässt viele Marktbeobachter an der geplanten Realisierung zweifeln. Für den globalen Ölmarkt wäre der Vertrag gleichwohl ein gewichtiger Schritt – sollte er tatsächlich Wirklichkeit werden.

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