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US-Militärblockade am Hormus: Irans Ölausfuhren eingebrochen, Rohölpreise steigen

Die US-Seeblockade hat die iranischen Ölexporte von rund 2 Millionen auf unter 255.000 Barrel pro Tag gedrückt, während Tankerangriffe die Rohölpreise nach oben treiben – ein relevantes Signal für Rohstoffanleger.

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US-Militärblockade am Hormus: Irans Ölausfuhren eingebrochen, Rohölpreise steigen

Die Meerenge von Hormus hat sich zum Brennpunkt einer beispiellosen wirtschaftlich-militärischen Auseinandersetzung entwickelt. Eine seit dem 14. Juli verhängte Seeblockade der USA hat die iranischen Rohöllieferungen praktisch gestoppt. Zeitgleich nimmt die Bedrohungslage durch Attacken auf Öltanker in dem Seegebiet weiter zu.

Südlich der Straße von Hormus, zwischen dem Golf von Oman und dem Arabischen Meer, entfaltet die US-Blockade ihre volle Wirkung. Dem Iran gelang es in den vergangenen sieben Wochen erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen nicht, relevante Mengen Rohöl zu veräußern. Waren es im März noch rund 2 Millionen Barrel täglich, sackten die Verladezahlen im August auf lediglich 220.000 bis 255.000 Barrel pro Tag ab.

Weil keine leeren Tanker mehr die iranischen Verladeanlagen anlaufen können, ist die Versorgungskette nach China, dem letzten bedeutenden Abnehmer, weitgehend gekappt. Zahlreiche Schiffe der sogenannten Schattenflotte liegen derzeit nutzlos vor der Küste Sri Lankas. Die Wasserstraße, über die ein erheblicher Teil des globalen Erdölhandels abgewickelt wird, rückt damit erneut ins Rampenlicht der Weltmärkte.

Angriffe auf Tanker heizen die Notierungen an

Parallel zur Blockade spitzte sich die militärische Situation weiter zu: Zwei Supertanker mit saudischer Ladung, die „Sidr“ und die „Senegal Prosperity“, wurden in der Nähe von Khasab (Oman) von Geschossen getroffen. Die Crews blieben unverletzt, doch Analysten sehen darin eine weitere Zuspitzung im Ringen um die strategisch vitale Route.

Als Reaktion auf diese Attacken und die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, weitere Militäreinsätze zu erwägen, zogen die Rohölpreise weltweit spürbar an. Das Zusammenspiel aus blockierten Exportrouten und militärischer Unwägbarkeit erhöht den Angebotsdruck und sorgt für starke Schwankungen an den Energiemärkten – ein relevantes Signal für Rohstoffanleger.

Teheran zeigt sich unbeugsam – Währungsreserven als Faustpfand

Die iranische Führung gibt sich trotz des enormen Drucks widerständig. Notenbankchef Abdolnaser Hemmati widersprach der Analyse von US-Finanzminister Scott Bessent, wonach die wirtschaftlichen Einbußen Teheran zu aggressivem Handeln trieben. Der Iran verfüge über hinreichende Devisenreserven, so Hemmati, und kündigte eine Marktstützung in Höhe von zwei Milliarden US-Dollar an.

Mit dieser Maßnahme will die Zentralbank die Schwankungen des Rials eindämmen, der im August einen historischen Tiefststand markiert hatte. Berichte über einen bevorstehenden wirtschaftlichen Kollaps wies Hemmati als „psychologische Kriegsführung“ zurück.

Fachleute zeichnen indes ein düsteres Szenario: Der Exporteinbruch lässt die Deviseneinnahmen drastisch schrumpfen. Dies könnte die Regierung zwingen, Staatsausgaben durch Geldschöpfung zu finanzieren, was die ohnehin hohe Inflation – der IWF taxiert sie auf fast 70 Prozent – weiter anfachen würde.

Während Washington seine Sanktionspolitik ausweitet und Drittstaaten mit Vergeltungsmaßnahmen droht, sind Vermittlungsversuche Katars und Omans bislang gescheitert. Für Investoren in Rohstoffe und Energiewerte bleibt die Lage an den Ölmärkten damit auf absehbare Zeit von hoher Unsicherheit bestimmt. Ein anhaltend eingeschränktes Angebot aus der Golfregion könnte die Notierungen weiter nach oben treiben und zugleich die Risikoaufschläge für Energieaktien erhöhen.

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