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Iran-Krise: Wie sicher sind USA, Europa und China energetisch?

Seit der Schließung der Straße von Hormus am 2. März schnellen Energiepreise weltweit in die Höhe.

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Iran-Krise: Wie sicher sind USA, Europa und China energetisch?

Die Schließung der Straße von Hormus am 2. März hat die globalen Energiemärkte in Aufruhr versetzt. Erdgas, Kraftstoffe, Düngemittel und Industriesäuren verteuerten sich sprunghaft, während lokale Lagerbestände rasch schwinden und Nachlieferungen auf sich warten lassen. Die entscheidende Frage lautet nun: Welche der großen Wirtschaftsregionen – USA, Europa oder China – ist am verwundbarsten?

Als Maßstab für die Verwundbarkeit gilt die Energieimportabhängigkeit: Je mehr eine Volkswirtschaft auf ausländische Brennstoffe angewiesen ist, desto geringer ihre Energiesicherheit. Länder mit reichlich heimischen Reserven stehen deutlich stabiler da als jene, die stark auf Importe setzen.

USA: Schieferrevolution als Schutzschild

Die Vereinigten Staaten nehmen unter den großen Volkswirtschaften beim Thema Energiesicherheit eine Spitzenposition ein. Laut dem Energy Institute stieg der Anteil heimischer Quellen an der gesamten US-Energieversorgung von 75 Prozent im Jahr 2010 auf über 108 Prozent im Jahr 2024. Möglich machte dies die Schieferrevolution: Die Ölproduktion legte um 166 Prozent zu, die Gasförderung um 80 Prozent.

Allerdings schützt hohe Energiesicherheit die Verbraucher nicht automatisch vor steigenden Preisen. US-Raffinerien kaufen ihr Rohöl zu Weltmarktpreisen – nicht zu lokalen Tarifen. Die Folge: Benzin- und Dieselpreise in den USA sind im Vergleich zum Vormonat um mehr als 50 Prozent gestiegen, genauso stark wie in stärker importabhängigen Ländern. Die Behörden erwägen bereits Verkäufe aus strategischen Reserven, um Verbraucher zu entlasten.

Besonders bedeutsam für die US-Energiesicherheit ist der Boom bei der Erdgasförderung. Die USA produzieren mittlerweile einen Gasüberschuss und haben den weltweit größten LNG-Exportsektor aufgebaut. Der Anteil von Erdgas an der Stromerzeugung kletterte laut Daten von Ember von rund 24 Prozent im Jahr 2010 auf einen Rekordwert von über 42 Prozent im Jahr 2024. Gleichzeitig stiegen die Flüssigerdgas-Exporte von weniger als einer halben Million Tonnen im Jahr 2010 auf ein Vielfaches davon an.

Europa und China unter Druck

Europa und China gelten als deutlich stärker von Energieimporten abhängig und damit als anfälliger für die Folgen der Iran-Krise. Für deutsche und europäische Verbraucher ist die Situation besonders brisant: Europa hat nach dem Wegfall russischer Gaslieferungen ohnehin bereits strukturelle Schwächen in der Energieversorgung aufgedeckt. Die Abhängigkeit von LNG-Importen – unter anderem aus den USA – macht den Kontinent doppelt verwundbar, wenn globale Lieferketten gestört werden.

China als weltgrößter Energieverbraucher ist ebenfalls stark auf Importe aus dem Nahen Osten angewiesen. Unterbrechungen im Persischen Golf treffen Peking damit unmittelbar – sowohl bei Rohöl als auch bei Flüssigerdgas. Die anhaltende Iran-Krise dürfte die geopolitischen Spannungen rund um die Energieversorgung weiter verschärfen und den Druck auf alle großen Volkswirtschaften erhöhen, ihre Energieabhängigkeit langfristig zu reduzieren.

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