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Iran-Konflikt beschert Big Oil Milliardengewinne im ersten Quartal

Explodierende Ölpreise nach dem Ausbruch des US-Israel-Iran-Kriegs treiben die Gewinne der großen Ölkonzerne auf Rekordniveau.

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Iran-Konflikt beschert Big Oil Milliardengewinne im ersten Quartal

Der Brent-Ölpreis kletterte im März 2026 auf durchschnittlich 97 US-Dollar pro Barrel – ein Anstieg von 33 Prozent gegenüber dem Februardurchschnitt von 69 Dollar und sogar 49 Prozent über dem Januarwert von 65 Dollar. Auslöser ist der am 28. Februar ausgebrochene Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran, der ein Fünftel des weltweiten Ölangebots lahmgelegt hat. Die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für Rohöl, ist seither weitgehend blockiert.

Die Situation erinnert stark an das Jahr 2022, als Russlands Invasion in der Ukraine die Energiemärkte erschütterte und die großen Ölkonzerne Rekordgewinne einfuhren. Damals schütteten Unternehmen wie ExxonMobil, Shell und Chevron Rekorddividenden aus und kauften massenhaft eigene Aktien zurück. Die öffentliche Empörung mündete in Forderungen nach Übergewinnsteuern – eine Debatte, die nun erneut aufzuflammen droht.

"Das erste Quartal wird für diese Unternehmen phänomenal ausfallen. Ich glaube nicht, dass daran ein Weg vorbeiführt", sagte Leo Mariani, Senior Research Analyst bei Roth Capital Partners.

Analysten heben Gewinnschätzungen drastisch an

Sechs Analysten, die Chevron (CVX) beobachten, haben ihre Prognosen für den Gewinn je Aktie im ersten Quartal laut LSEG-Daten um durchschnittlich rund 40 Prozent nach oben korrigiert. Bei Shell erhöhten drei Analysten ihre Nettogewinnschätzung für denselben Zeitraum um durchschnittlich 15 Prozent. Die Konsensschätzung der Wall Street für ExxonMobils Jahresgewinn je Aktie stieg gegenüber dem Vorkriegsstand um etwa 4 Prozent – ein geringerer Zuwachs, der laut Stewart Glickman von CFRA Research auf stärkere Produktionsunterbrechungen im Nahen Osten zurückzuführen ist.

Die Rechenbeispiele verdeutlichen das enorme Ausmaß der Zusatzeinnahmen: Chevron produziert täglich 4 Millionen Barrel Öl. Bei einem Preisanstieg von 33 Dollar pro Barrel ergibt sich allein für März ein Mehrumsatz von rund 4 Milliarden Dollar. ExxonMobil, mit einer Tagesproduktion von fast 5 Millionen Barrel, käme auf zusätzliche Einnahmen von etwa 5,1 Milliarden Dollar im selben Monat. Allerdings dürfte durch Hedging-Geschäfte ein Teil dieser Gewinne erst im zweiten Quartal oder später in den Bilanzen auftauchen.

US-Schieferölproduzenten profitieren am stärksten

Besonders stark profitieren US-Schieferölproduzenten und andere Unternehmen ohne Aktivitäten im Nahen Osten. Sie kassieren die höheren Preise, ohne Kosten durch Produktionsstopps, festsitzende Tanker oder kriegsbedingte Anlagenschäden zu tragen. Für Diamondback Energy (FANG), einen reinen US-Schieferölproduzenten, erwarten Analysten für das erste Quartal einen Gewinn von fast 3 Dollar je Aktie – 28 Prozent mehr als die Schätzungen vor Kriegsbeginn. Die Jahresprognosen für Diamondback wurden sogar um 22 Prozent angehoben.

Auch der Gasmarkt geriet durch den Konflikt in Turbulenzen. Die LNG-Preise (Flüssigerdgas) in Asien stiegen seit Kriegsbeginn um 143 Prozent. Teile der Pearl-GTL-Anlage von Shell in Katar wurden durch Raketen- und Drohnenangriffe beschädigt, was die Lieferketten zusätzlich belastet.

Die Kehrseite trifft die Öldienstleister hart. SLB erwirtschaftet 34 Prozent seines Umsatzes im Nahen Osten und Nordafrika und warnte bereits, dass der Quartalsumsatz niedriger als erwartet ausfallen und zusätzliche Kosten von 6 bis 9 Cent je verwässerter Aktie entstehen werden. Weatherford International, das sogar 44 Prozent seines Umsatzes in der Region erzielt, ist ebenfalls stark betroffen. Trotz der Milliardengewinne betonten Führungskräfte der großen Ölkonzerne, dass die hohen Einnahmen ihre geplanten Investitionen in neue Produktion voraussichtlich nicht erhöhen werden.

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