Inpex schließt Planungsphase für Milliarden-LNG-Vorhaben Abadi in Indonesien ab
Inpex hat die FEED-Phase seines Abadi-LNG-Projekts in Indonesien abgeschlossen und rückt damit der finalen Investitionsentscheidung näher. Die Investitionen könnten nach Angaben der Aufsichtsbehörde bis zu 22 Milliarden US-Dollar erreichen.

Der japanische Erdöl- und Erdgaskonzern Inpex hat die Entwurfs- und Konstruktionsvorbereitung seines Abadi-Flüssigerdgasprojekts im Gasfeld Masela in Indonesien beendet. Ein offizieller Unternehmensvertreter bestätigte diesen Schritt am Dienstag. Damit ist ein bedeutender Etappenpunkt im umfangreichsten Gasvorhaben des südostasiatischen Staates erreicht.
Mit dem Abschluss der Front-End-Engineering-Design-Phase (FEED) rückt die endgültige Investitionsentscheidung (FID) deutlich näher. Die Konzerntochter Inpex Masela will ihre Anstrengungen nun vollständig auf genau diesen Beschluss ausrichten. Das erklärte Konzernpräsident Kenji Hasegawa im Rahmen einer Feierlichkeit anlässlich des FEED-Abschlusses.
Für das Projekt, das zu den größten Energievorhaben der gesamten Region zählt, sind immense finanzielle Mittel vorgesehen. Nach Einschätzung der indonesischen Aufsichtsbehörde könnten die Ausgaben sogar die bisherige Unternehmenskalkulation übertreffen. Der Weg bis zu diesem Punkt war langwierig und von zahlreichen Rückschlägen begleitet.
Die Einzelheiten
Djoko Siswanto, Leiter der obersten Regulierungsinstanz für die vorgelagerte Öl- und Gasförderung in Indonesien, SKK Migas, äußerte die Erwartung einer finalen Investitionsentscheidung spätestens im Januar 2027. Die gesamten Investitionen könnten demnach ein Volumen von 22 Milliarden US-Dollar erreichen, so seine Aussage. Das übertrifft die jüngste Inpex-Schätzung von 21 Milliarden US-Dollar.
Die ersten Bekanntmachungen über Gasfunde im Masela-Feld durch Inpex datieren auf das Jahr 2000. Bis zur eigentlichen Umsetzung sollten jedoch viele Jahre vergehen. Die Projektentwicklung wurde unter anderem durch geforderte Konstruktionsänderungen einer früheren Regierung, die Corona-Pandemie sowie die geplante Integration einer Anlage zur Kohlenstoffabscheidung (Carbon Capture) ausgebremst.
Im Juli erfolgte der erste Spatenstich. Bei dieser Gelegenheit betonte Präsident Prabowo Subianto, er setze auf eine möglichst rasche Fertigstellung des Projekts. Inpex plant den Produktionsstart für Anfang 2030, während die Regierung auf einen früheren Betriebsbeginn drängt.
Kontext: Bisherige Entwicklungen
Bereits am 16.10.2026 hatte aktien.news darüber berichtet, dass Australien die Unterwasser-Gesteinsformation West Peron vor seiner Nordküste als Speicherort für das Bonaparte-Projekt zur Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (CCS) ausgewiesen hat. Dieses Vorhaben wird vom japanischen Energiekonzern Inpex betrieben und sieht eine Kapazität von acht Millionen metrischen Tonnen pro Jahr vor. Es zeigt sich daran, dass Inpex in der Region gleich mehrere Großprojekte im Energiesektor verfolgt.
Schon am 07.07.2026 hatte aktien.news gemeldet, dass der italienische Energiedienstleister Saipem (BIT: SPMI) einen Auftrag im Umfang von rund zwei Milliarden US-Dollar erhalten hat. Vertragsgegenstand war die Lieferung einer schwimmenden Produktions-, Lager- und Verladeeinheit (FPSO) für ein Offshore-Gasfeld in Indonesien. Auftraggeber war Eni North Ganal. Dieser Auftrag verdeutlicht das enorme Ausmaß der Infrastrukturinvestitionen in der indonesischen Gasförderung.
Bereits am 02.10.2026 hatte aktien.news berichtet, dass der malaysische Gasversorger Gas Malaysia bis zur zweiten Jahreshälfte 2027 eine Final Investment Decision für den Bau seines ersten Regasifizierungsterminals anstrebt. Die Anlage soll bis Ende 2030 ihren Betrieb aufnehmen. Das Projekt entsteht gemeinsam mit dem japanischen Energiekonzern Tokyo Gas und der niederländischen Gruppe VTTI.
Bereits am 11.05.2026 hatte aktien.news gemeldet, dass das seit Jahren aufgeschobene Flüssigerdgasprojekt Browse von Woodside Energy laut einem aktuellen Bericht voraussichtlich rund 48,7 Milliarden australische Dollar kosten wird – das entspricht umgerechnet etwa 35,2 Milliarden US-Dollar. Damit zählt es zu den kostspieligsten Energievorhaben, die derzeit in Australien geplant werden.
Relevanz für Anleger
Für Rohstoff-Anleger in Deutschland ist das Abadi-LNG-Projekt vor allem ein Gradmesser für die Entwicklung des globalen LNG-Marktes. Der Abschluss der FEED-Phase und die bevorstehende Investitionsentscheidung sind klassische Wegmarken, an denen sich der Fortschritt großer Energievorhaben nachvollziehen lässt. Kommt es zu Verzögerungen, verschieben sich auch die erwarteten Lieferkapazitäten und damit das Angebot auf dem Weltmarkt.
Auffällig ist die Diskrepanz zwischen den beiden genannten Investitionssummen. Während Inpex zuletzt von 21 Milliarden US-Dollar ausging, nennt die Aufsichtsbehörde SKK Migas einen möglichen Betrag von bis zu 22 Milliarden US-Dollar. Derartige Abweichungen sind bei Vorhaben dieser Dimension nicht ungewöhnlich und können sich im weiteren Projektverlauf noch verändern.
Anleger mit Fokus auf den Energiesektor sollten außerdem die Verflechtungen im Blick behalten. Inpex ist nicht nur in Indonesien engagiert, sondern treibt auch das Bonaparte-CCS-Projekt in Australien voran. Dienstleister wie Saipem profitieren von den umfangreichen Infrastrukturaufträgen in der Region. Dies stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar, sondern eine Einordnung der Zusammenhänge.
Ausblick
Im Fokus steht nun die finale Investitionsentscheidung. SKK Migas hofft auf einen Beschluss bis spätestens Januar 2027. Inpex selbst peilt einen Produktionsbeginn Anfang 2030 an, während die indonesische Regierung auf eine frühere Inbetriebnahme dringt. Präsident Prabowo Subianto hatte beim Spatenstich im Juli erklärt, er erwarte die Fertigstellung so schnell wie möglich.
Ob der ambitionierte Zeitplan eingehalten werden kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Integration einer Kohlenstoffabscheideanlage zählt zu den Gründen, die das Projekt in der Vergangenheit immer wieder verzögert haben. Zudem steht die finale Investitionsentscheidung noch aus. Beobachter richten ihren Blick daher auf die kommenden Monate.
Kurz erklärt
- FEED: Die Front-End-Engineering-Design-Phase bezeichnet die detaillierte Planungs- und Ingenieurphase eines großen Industrie- oder Energieprojekts vor der endgültigen Investitionsentscheidung.
- FID: Die Final Investment Decision ist der formelle Beschluss eines Unternehmens, ein Großprojekt tatsächlich zu realisieren.
