Gold fällt auf Ein-Wochen-Tief
Hohe US-Zinsen und schwache Nachfrage in Indien belasten den Markt

Goldpreise fielen auf ein Ein-Wochen-Tief, nachdem die neuesten Protokolle der US-Notenbank (Fed) Hinweise auf anhaltend hohe Zinsen gegeben hatten. Spot-Gold fiel um 0,5 % auf 2.367,66 US-Dollar pro Unze, nachdem es zuvor ein Tief von 2.354,79 US-Dollar erreicht hatte. Der Preisverfall setzte sich damit den dritten Tag in Folge fort, nachdem Gold am Montag ein Rekordhoch von 2.449,89 US-Dollar erreicht hatte. In diesem Jahr ist der Goldpreis bislang um 14,8 % gestiegen.
Die Marktteilnehmer sind besorgt, dass hohe Goldpreise die Käufe durch Zentralbanken und chinesische Investoren beeinträchtigen könnten. Nitesh Shah, Rohstoffstratege bei WisdomTree, erwartet jedoch weiterhin starke Käufe bei Preisrückgängen und prognostiziert, dass der Abwärtstrend der Goldpreise nicht ausgeprägt sein wird. Laut Shah könnte Gold bei 2.300 US-Dollar Unterstützung finden, wobei Signale der Fed für Zinssenkungen den nächsten großen Preisschub auslösen könnten.
In Indien, dem zweitgrößten Goldverbraucher der Welt, könnten die Importe im Jahr 2024 um fast ein Fünftel sinken. Der Anstieg der Goldpreise veranlasst die Verbraucher, altes Schmuck zu verkaufen und durch neue Stücke zu ersetzen, wie eine Branchenorganisation berichtete. Dies könnte die Nachfrage nach Gold in Indien deutlich reduzieren.
Währenddessen fiel der Silberpreis um 0,3 % auf 30,66 US-Dollar pro Unze. Silber profitierte in letzter Zeit von einem Anstieg der Gold- und Kupferpreise und erreichte Anfang der Woche ein 11-Jahres-Hoch von 32,5 US-Dollar. Platin blieb stabil bei 1.034,60 US-Dollar und verzeichnete im bisherigen Monat ein Plus von 11 %. Analysten prognostizieren ein weiteres Jahr mit strukturellem Marktdefizit für Platin. Zudem unterstützte ein technisches Muster namens "Golden Cross" die Preise, als der kurzfristige gleitende Durchschnitt Ende April den langfristigen Durchschnitt überstieg.
Palladium hingegen fiel um 1,0 % auf 989,39 US-Dollar, belastet durch die zunehmende Marktdurchdringung von Elektrofahrzeugen, obwohl es weiterhin ein strukturelles Angebotsdefizit gibt. Der Druck auf Palladiumpreise könnte in den kommenden Jahren anhalten, wenn Elektrofahrzeuge weiter Marktanteile gewinnen.
