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Ghana startet Bau eines Milliarden-Erdölzentrums

Großprojekt soll Region versorgen, aber stößt auf Widerstand und Kritik

2 Min
Ghana startet Bau eines Milliarden-Erdölzentrums

Ghana hat mit dem Bau eines 12 Milliarden US-Dollar teuren Erdölzentrums begonnen, das das Land zu einem zentralen Akteur im westafrikanischen Energiesektor machen soll. Der ghanaische Präsident Nana Akufo-Addo nahm persönlich an der feierlichen Grundsteinlegung für eine Ölraffinerie in der Stadt Jomoro teil, die eine Kapazität von 300.000 Barrel pro Tag haben soll. Dieses Großprojekt umfasst nicht nur die Raffinerie, sondern auch petrochemische Anlagen, die zusammen eine bedeutende wirtschaftliche Entwicklung für das Land bedeuten könnten. Akufo-Addo betonte die Bedeutung des Projekts für die wirtschaftliche Zukunft Ghanas und bezeichnete es als einen Meilenstein für die Entwicklung des Landes.

Das Projekt wird in der ersten Phase von einem Konsortium finanziert, zu dem die Touchstone Capital Group Holdings, UIC Energy Ghana, China Wuhan Engineering Co. und China Construction Third Engineering Bureau Co. gehören. Diese Phase allein wird voraussichtlich 12 Milliarden US-Dollar kosten. Das Erdölzentrum soll bis zum Jahr 2036 genügend raffinierte Produkte und Nebenprodukte bereitstellen, um den Bedarf der gesamten westafrikanischen Region zu decken. Laut der African Refiners and Distributors Association liegt der derzeitige Verbrauch in Westafrika bei etwa 800.000 Barrel pro Tag, wobei fast 90 % davon importiert werden.

Trotz der groß angelegten Pläne gibt es Kritik an dem Projekt. Einige Experten bezweifeln die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Vorhabens. Bright Simons, Vizepräsident des in Accra ansässigen Think Tanks IMANI Africa, äußerte Bedenken hinsichtlich der Konsortien, die hinter dem Projekt stehen. Er wies darauf hin, dass es an einem soliden Geschäftsplan mangele und nannte das Projekt eine spekulative Unternehmung, die möglicherweise nur dazu diene, günstig Land zu erwerben. Simons' Kritik spiegelt die Zweifel wider, die einige Beobachter und Beteiligte am Erfolg des Projekts haben.

Zusätzlich zu den Bedenken der Experten gibt es auch Widerstand aus der lokalen Bevölkerung. Einige Anwohner des geplanten Standorts, der eine Fläche von 20.000 Acres umfassen soll, haben gegen das Projekt protestiert. Sie fordern eine Reduzierung der Fläche auf 5.000 Acres, da sie um ihre Lebensgrundlagen fürchten. Oliver Barker-Vormawor, ein Senior Partner der Anwaltskanzlei, die einige der betroffenen Farmerkooperativen vertritt, betonte, dass seine Klienten nicht bereit seien, ihre Rechte kampflos aufzugeben. Er kritisierte die Regierung für ihr Vorgehen, das seiner Meinung nach die berechtigten sozialen und ökologischen Bedenken der Betroffenen außer Acht lasse. Die Regierung hat bisher die geäußerten Bedenken zurückgewiesen und verweist auf Unterstützungsbekundungen anderer Anwohner, die das Projekt befürworten.

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