Exxon peilt bis 2030 Cashflow-Plus von 35 Milliarden Dollar an
ExxonMobil will bis 2030 Gewinne um 25 Milliarden und Cashflow um 35 Milliarden Dollar steigern – maßgeblich getrieben durch das Permian-Becken und eine verbesserte Kostenstruktur. Für Rohstoff-Anleger sind besonders die Produktionsausweitung auf 2,5 Mill

ExxonMobil (XOM+0,46%) hat der Finanzwelt einen ambitionierten Fahrplan präsentiert: Bis zum Jahr 2030 sollen die Erträge um 25 Milliarden Dollar und die liquiden Mittelzuflüsse um 35 Milliarden Dollar zulegen. Da dieser Zielhorizont noch einige Jahre in der Ferne liegt, richten Rohstoff-Anleger ihr Augenmerk auf einen zentralen Treiber: das Geschäft des Konzerns im Permian-Becken.
Im späten Jahresabschnitt 2023 gab Exxon die Übernahme von Pioneer Natural Resources für 64,5 Milliarden Dollar bekannt. Pioneer ist ein US-Bohrunternehmen, das schwerpunktmäßig im Permian-Becken aktiv ist. Die Firma betonte damals, die Transaktion „verändere das Upstream-Portfolio von ExxonMobil grundlegend und verdopple die Präsenz des Konzerns im Permian mehr als“. Die Unternehmensführung verwies sowohl auf die Vorteile verbesserter Skaleneffekte als auch auf die Rolle der Technologie. Der Kauf wurde zu Beginn des Jahres 2024 vollzogen.
ExxonMobil zählt zu den größten Energiekonzernen weltweit und ist global aufgestellt. Keine einzelne Region kann die Gesamtentwicklung des Unternehmens vollständig abbilden. Doch durch den Zukauf von Pioneer hat sich das Permian-Becken zu einem bedeutenden Wachstumsmotor entwickelt.
Permian-Becken als Wachstumstreiber
Ein beachtlicher Bestandteil des Plans sieht vor, die Förderung im Permian auf 2,5 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag (MMboe/d) zu steigern. Dies würde einer Zunahme von rund 45 Prozent gegenüber dem Stand zum Jahresende 2025 entsprechen. Sollte diese Marke erreicht werden, würde diese eine Region Schätzungen zufolge 45 Prozent der gesamten Exxon-Förderung ausmachen. Dies bedeutete eine erhebliche Konzentration auf ein einziges Geschäftsfeld.
Glücklicherweise zeichnen sich die USA durch politische und wirtschaftliche Stabilität aus, was einige der Risiken mindert, die bei großen Energieinvestitionen häufig auftreten. Dennoch reicht es für den Konzern nicht aus, lediglich mehr Öl zu fördern, um seine Ertrags- und Cashflow-Vorgaben zu erfüllen.
Kostenstruktur als zweiter Erfolgsfaktor
Rund 60 Prozent der zusätzlichen Gewinne und Cashflows, die das Unternehmen erwartet, speisen sich aus einer Kombination von erhöhter Produktion und gesenkten Ausgaben. Die Fähigkeit von Exxon, die Kosten pro Barrel im Permian-Becken auf etwa 30 Dollar zu drücken, ist ein Aspekt, den Anleger genau verfolgen sollten.
Mehr Förderung erfordert das Niederbringen weiterer Bohrlöcher, während niedrigere Kosten bedeuten, dass diese Öl- und Gasquellen effizienter erschlossen werden müssen. Investoren sollten daher auf die schrittweisen Ergebnisverbesserungen achten.
Das Jahr 2028 als Zwischenstation
Das Jahr 2028 hat nichts Besonderes an sich, abgesehen davon, dass es etwa die Mitte des Fahrplans markiert. Was Anleger wirklich sehen möchten, ist, dass Exxon mit jedem veröffentlichten Geschäftsbericht Fortschritte in Richtung seines Ziels vorweisen kann. Zum Abschluss des Jahres 2028 sollte zumindest erkennbar sein, dass der Konzern mindestens die Hälfte der Strecke zurückgelegt hat, wenn nicht sogar etwas mehr.
Der Ausgangspunkt ist das Jahr 2025, als die Permian-Förderung des Unternehmens bei 1,6 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag lag. Bei den Kosten sollten Anleger einfach auf stetige Verbesserungen in Richtung des Zielwerts pro Barrel achten.
Nicht nur das Permian-Becken zählt
Alles in allem ist das Geschäft von Exxon umfassender als nur das Permian-Becken. Anleger sollten auch die Entwicklungen in Zielregionen wie Guyana im Auge behalten, wo der Konzern ebenfalls strukturelle Vorteile für sich reklamiert. Und der Energieriese muss zudem seine Aktivitäten außerhalb einer begrenzten Zahl von Schwerpunktregionen erfolgreich betreiben, wenn er seine Vorgaben für 2030 erreichen will.
Daher sollten Investoren bei der Beobachtung der Unternehmensfortschritte stets eine Gesamtbetrachtung einnehmen, wobei sie dem Permian-Bereich dennoch besondere Aufmerksamkeit widmen sollten.
