CMOC-Kobaltwerk in Kongo: Anwohner erkranken durch Emissionen
Eine Umweltorganisation dokumentiert schwere Gesundheitsschäden rund um die chinesische Verarbeitungsanlage in der Demokratischen Republik Kongo.
Emissionen einer chinesischen Kobalt-Verarbeitungsanlage im Herzen Afrikas haben Anwohner und Arbeiter krank gemacht. Das belegt ein Bericht der Environmental Investigation Agency (EIA), der am Montag in Washington veröffentlicht wurde. Betreiber der Anlage ist die CMOC Group – der weltweit größte Kobaltproduzent.
Medizinisches Personal in der Nähe der CMOC-Anlage in der Demokratischen Republik Kongo berichtete dem Wall Street Journal von einem drastischen Anstieg von Patienten mit Bluthusten, wiederkehrendem Nasenbluten sowie Husten und Brustschmerzen. Toxikologen bringen diese Symptome mit einer Exposition gegenüber Schwefeldioxid in Verbindung. Am stärksten betroffen sind demnach Personen, die in unmittelbarer Nähe der Anlage leben.
Alarmierende Krankenakten aus Fungurume
Die EIA-Ermittler werteten rund 1.200 Krankenakten eines örtlichen Krankenhauses aus. Das Ergebnis ist eindeutig: Im Jahr 2023, dem Jahr der Eröffnung der Verarbeitungsanlage, stiegen Atemwegserkrankungen unter den Einwohnern der Stadt Fungurume um 66 Prozent an. Das betroffene Krankenhaus wurde im vergangenen Jahr geschlossen.
CMOC betreibt im kongolesischen Kupfergürtel zwei große Minen – Tenke Fungurume und Kisanfu – sowie die umstrittene Verarbeitungsanlage. Laut dem Branchenverband Cobalt Institute produzierte das Unternehmen im Jahr 2024 rund 41 Prozent des weltweiten Kobaltangebots. Kobalt ist ein unverzichtbarer Rohstoff für die Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien in Elektrofahrzeugen.
Bedeutung für die Elektromobilitätsindustrie
Der Fall rückt die Lieferketten der Elektroautoindustrie erneut in den Fokus. Kobalt aus dem Kongo landet über Zwischenhändler in den Batterien globaler Automobilhersteller – darunter auch deutsche Konzerne wie Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz. Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen fordern seit Jahren mehr Transparenz und Verantwortung entlang dieser Lieferketten.
Die CMOC Group hat sich bislang nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert. Der Bericht der EIA dürfte jedoch den Druck auf Kobalt-Abnehmer in Europa und den USA erhöhen, ihre Beschaffungspraktiken kritisch zu überprüfen. Für deutsche Investoren, die in Rohstoff- oder Automobilwerte engagiert sind, bleibt die Entwicklung rund um den weltweit wichtigsten Kobaltproduzenten ein relevanter Faktor.
