Chinesisches Kobaltwerk im Kongo macht Anwohner krank
Emissionen einer CMOC-Anlage lösen Atemwegserkrankungen aus – Atemwegserkrankungen stiegen 2023 um 66 Prozent.

Eine Untersuchung der Environmental Investigation Agency (EIA) belastet den weltgrößten Kobaltproduzenten CMOC Group schwer. Emissionen der chinesischen Kobalt-Verarbeitungsanlage in der Demokratischen Republik Kongo haben Anwohner und Arbeiter in der Stadt Fungurume erkranken lassen. Medizinisches Personal berichtete dem Wall Street Journal von Patienten, die Blut spuckten, unter Nasenbluten litten sowie Husten und Brustschmerzen aufwiesen.
Toxikologen bringen diese Symptome mit einer erhöhten Schwefeldioxid-Belastung in Verbindung. Besonders stark betroffen sind laut dem EIA-Bericht jene Bewohner, die in unmittelbarer Nähe der Verarbeitungsanlage leben. Die Untersuchung wurde am Montag von der in Washington ansässigen Umweltorganisation veröffentlicht.
Dramatischer Anstieg der Atemwegserkrankungen
Die EIA-Ermittler werteten rund 1.200 Krankenakten eines örtlichen Krankenhauses aus. Dabei stellten sie für das Jahr 2023 – das Eröffnungsjahr der Anlage – einen Anstieg der Atemwegserkrankungen unter den Bewohnern von Fungurume um 66 Prozent fest. Das betroffene Krankenhaus wurde im vergangenen Jahr geschlossen.
CMOC betreibt im kongolesischen Kupfergürtel zwei große Minen: Tenke Fungurume und Kisanfu. Zusammen mit der umstrittenen Verarbeitungsanlage produzierte das Unternehmen im Jahr 2024 laut dem Branchenverband Cobalt Institute rund 41 Prozent des weltweiten Kobaltangebots.
Bedeutung für die Elektromobilität
Kobalt ist ein zentraler Rohstoff für die Herstellung von Batterien in Elektrofahrzeugen. Die starke Marktstellung von CMOC macht das Unternehmen zu einem Schlüssellieferanten für die globale Automobilindustrie – auch für europäische und deutsche Hersteller, die auf Elektromobilität umstellen. Der Fall wirft erneut Fragen zur Nachhaltigkeit und zu den Menschenrechtsstandards in globalen Lieferketten auf.
Für deutsche Anleger und Unternehmen, die in Elektromobilität investieren, verdeutlicht der Bericht die Risiken, die mit der Abhängigkeit von einem einzigen Großproduzenten verbunden sind. Regulatorische Anforderungen wie das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz verpflichten Unternehmen, solche Missstände in ihren Zulieferketten zu erkennen und zu beheben.
