Chinas neueste Raffinerie nimmt Betrieb auf
Großprojekt Yulong startet nach vier Jahren Bauzeit mit begrenzter Rohölkapazität

Chinas neuestes Raffinerieprojekt, die Shandong Yulong Petrochemical, hat am Freitag den Betrieb einer von zwei neuen Rohöleinheiten mit einer Kapazität von 200.000 Barrel pro Tag in Ostchina aufgenommen. Damit wird nach vier Jahren Bauzeit die neueste Raffinerie des Landes offiziell in Betrieb genommen. Die gesamte Anlage verfügt über eine Kapazität von 400.000 Barrel pro Tag und ist die einzige große Raffinerie, die in diesem Jahr in China in Betrieb geht. Gleichzeitig handelt es sich um eines der letzten Neubauprojekte in diesem Sektor, da Peking aufgrund der Spitzenwerte der Kraftstoffnachfrage in China die Gesamtkapazität für Rohölraffinerien beschränkt.
Die Raffinerie befindet sich auf einer künstlichen Insel im Longkou County in der Stadt Yantai, in der Provinz Shandong. Laut einem Insider, der über das Projekt informiert wurde, soll die Rohöleinheit bis mindestens Ende dieses Jahres in Betrieb bleiben. Die Inbetriebnahme erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Rohölverarbeitung in chinesischen Raffinerien im Vergleich zum Vorjahr im August zum fünften Mal in Folge zurückgegangen ist. Dies ist auf die sinkende Dieselnachfrage und den Rückgang des Benzinverbrauchs aufgrund der massiven Verbreitung von Elektrofahrzeugen zurückzuführen.
Ein Insider aus der Raffineriebranche berichtete, dass Yulong die Anlage auf Wunsch der Provinzregierung in Betrieb genommen habe, obwohl das Unternehmen selbst aufgrund der schwachen Gewinnmargen im aktuellen Marktumfeld besorgt war. Bislang gab es von Seiten des Unternehmens Yulong Petrochemical keine offizielle Stellungnahme dazu.
Das 20-Milliarden-Dollar-Projekt besteht aus einer Raffinerie mit einer Kapazität von 400.000 Barrel pro Tag, einem Ethylenkomplex mit einer Jahreskapazität von 3 Millionen Tonnen sowie einer Paraxylenanlage mit ebenfalls 3 Millionen Tonnen pro Jahr. Dieses Großprojekt wird als wichtiger Schritt zur Modernisierung des zersplitterten Raffineriesektors in Shandong angesehen, wo zahlreiche kleinere unabhängige Raffinerien, sogenannte „Teekannen“, angesiedelt sind.
Das Projekt wird zu 51 % vom privaten Aluminiumhersteller Nanshan Group, zu 46,1 % von der staatlich unterstützten Shandong Energy Group und zu einem kleinen Teil von zwei lokalen Unternehmen gehalten. Die Raffinerie ist damit auch ein bedeutendes öffentlich-privates Gemeinschaftsprojekt in der Region.
