China stoppt Kraftstoffexporte im März – Ölpreis springt auf 100 Dollar
Peking sichert die Inlandsversorgung mit sofortigem Exportstopp für Benzin, Diesel und Kerosin.

China hat seine Raffinerien mit sofortiger Wirkung angewiesen, sämtliche Exporte von raffinierten Kraftstoffen im März einzustellen. Das berichtete Reuters am Donnerstag unter Berufung auf vier mit der Angelegenheit vertraute Quellen. Die Anordnung stammt von der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC), dem mächtigen Wirtschaftsplaner der Volksrepublik.
Der Exportstopp betrifft Benzin, Diesel und Flugkraftstoff (Kerosin). Hintergrund ist die Sorge um mögliche Versorgungsengpässe im Inland, die im Zusammenhang mit dem eskalierenden Nahostkonflikt stehen. China gehört zu den größten Kraftstoffproduzenten und -exporteuren der Welt – ein Rückzug vom Markt hat daher unmittelbare regionale Folgen.
Ölpreis überspringt die 100-Dollar-Marke
Die Nachricht trifft auf einen bereits angespannten Energiemarkt. Brent-Rohöl legte am Donnerstag um fast zehn Prozent zu und durchbrach dabei die psychologisch wichtige Marke von 100 US-Dollar je Barrel. Für deutsche Verbraucher und Unternehmen bedeutet dies steigende Energiekosten, da der Rohölpreis direkt die Preise an den Zapfsäulen und in der Industrie beeinflusst.
Die Entscheidung Pekings verdeutlicht, wie stark der Nahostkonflikt die globalen Energiemärkte unter Druck setzt. Lieferunterbrechungen im Nahen Osten, einer der wichtigsten Förderregionen der Welt, zwingen große Verbraucherländer wie China zu defensiven Maßnahmen. Experten warnen, dass eine anhaltende Eskalation die Energieversorgung in Asien und Europa weiter belasten könnte.
Für Anleger im Energiesektor und Beobachter der Rohstoffmärkte bleibt die Lage angespannt. Sollte China den Exportstopp über den März hinaus verlängern, dürften die Auswirkungen auf die regionalen Kraftstoffmärkte in Südostasien und darüber hinaus spürbar werden. Die NDRC hat sich bislang nicht öffentlich zu einer möglichen Verlängerung der Maßnahme geäußert.
