IEA warnt: Nahost-Krieg löst größte Ölversorgungskrise der Geschichte aus
Die Internationale Energieagentur schlägt Alarm – der Konflikt im Nahen Osten bedroht die globale Energieversorgung wie nie zuvor.

Der Krieg im Nahen Osten hat die schlimmste Unterbrechung der globalen Ölversorgung aller Zeiten ausgelöst. Das teilte die Internationale Energieagentur (IEA) am Donnerstag in ihrem monatlichen Ölmarktbericht mit. Die Behörde, die die Energieinteressen westlicher Industrienationen koordiniert, reagiert mit einer historischen Notfallmaßnahme.
Laut IEA-Bericht wird das weltweite Ölangebot im März um rund 8 Millionen Barrel pro Tag einbrechen. Das entspricht knapp 8 Prozent der gesamten globalen Nachfrage – eine Größenordnung, die selbst frühere Krisen wie die Ölembargos der 1970er-Jahre in den Schatten stellt. Ursache ist die Blockade der Straße von Hormus, einer strategisch entscheidenden Meerenge am Persischen Golf.
Straße von Hormus: Nadelöhr der Weltenergieversorgung
Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Energierouten der Welt. Durch diesen schmalen Wasserweg zwischen dem Iran und der arabischen Halbinsel fließen täglich rund 20 Millionen Barrel Öl – etwa ein Fünftel des weltweiten Bedarfs. Eine vollständige oder teilweise Blockade trifft vor allem Großabnehmer wie China, Japan, Südkorea und Indien besonders hart.
Um den drohenden Engpässen und einem unkontrollierten Preissprung entgegenzuwirken, einigte sich die IEA bereits am Mittwoch auf die Freigabe einer Rekordmenge aus den strategischen Ölreserven ihrer Mitgliedsstaaten. Details zur genauen Menge wurden zunächst nicht genannt. Strategische Reserven sind staatlich gehaltene Notvorräte, die genau für solche Krisenszenarien angelegt wurden.
Folgen für deutsche Verbraucher und Märkte
Für Deutschland und Europa dürfte die Krise spürbare Auswirkungen haben. Steigende Rohölpreise schlagen sich erfahrungsgemäß schnell an den Zapfsäulen und bei den Energiekosten von Unternehmen nieder. Bereits in der Vergangenheit führten geopolitische Spannungen im Nahen Osten zu deutlichen Preisanstiegen bei Benzin, Diesel und Heizöl.
Die IEA-Freigabe aus strategischen Reserven soll den Märkten ein Signal der Stabilität senden. Ob die Maßnahme ausreicht, um einen Preisschock zu verhindern, hängt maßgeblich davon ab, wie lange die Blockade der Straße von Hormus andauert und wie sich der Konflikt weiterentwickelt. Anleger und Energiemärkte weltweit beobachten die Lage mit großer Anspannung.
