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Ölpreis über 100 Dollar: US-Futures rutschen ins Minus

Eskalation im Iran-Konflikt treibt Rohölpreise erneut über die kritische Marke – Wall Street unter Druck.

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Ölpreis über 100 Dollar: US-Futures rutschen ins Minus

Der Ölpreis ist erneut über die psychologisch wichtige Marke von 100 US-Dollar pro Barrel gestiegen und belastet damit die US-Aktienmärkte spürbar. Angriffe auf Schiffe in der Nähe der Straße von Hormus – dem schmalen Wasserweg südlich des Irans – schüren Sorgen über anhaltende Versorgungsunterbrechungen. Über diese Route wird ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gasvorräte transportiert.

Die US-Aktienfutures zeigten am Donnerstagmorgen klar nach unten. Um 08:10 Uhr MEZ verlor der Dow-Future 218 Punkte oder 0,5 Prozent, der S&P 500 gab um 0,4 Prozent nach, und auch die Nasdaq-100-Futures rutschten um 0,4 Prozent ab. Bereits am Mittwoch hatte der Dow Jones Industrial Average seinen niedrigsten Schlussstand des laufenden Jahres markiert.

Der Brent-Rohöl-Future, die weltweite Benchmark, stieg um 4,3 Prozent auf 95,92 Dollar pro Barrel. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) legte um 3,8 Prozent auf 90,54 Dollar zu. Zu Beginn der Woche war Brent zeitweise auf fast 120 Dollar geklettert – den höchsten Stand seit 2022.

Straße von Hormus im Fokus

Der Tankerverkehr durch die Straße von Hormus ist praktisch zum Erliegen gekommen. Reedereien kämpfen damit, Versicherungen für die gefährlichen Durchfahrten zu erhalten, während der Iran seine Angriffe intensiviert. Die US-Marine hat eine Eskorte für Handelsschiffe durch die Meerenge abgelehnt, was die Lage weiter verschärft.

Die Rohölpreise schwanken in den vergangenen Tagen stark – ein deutliches Zeichen dafür, wie sensibel die Märkte auf Entwicklungen im Iran-Konflikt reagieren. Trotz der Freigabe massiver Rohölreserven durch westliche Länder gelingt es bislang nicht, die Preise dauerhaft zu drücken. Auch die Inflationserwartungen steigen wieder, was die Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen der US-Notenbank dämpft.

Am Mittwoch hatten US-Verbraucherpreisdaten für Februar die Erwartungen zwar erfüllt, doch der Ausblick hat sich eingetrübt. Beobachter rechnen damit, dass der Ölpreisanstieg die Inflation in den kommenden Monaten wieder anheizen könnte. Gold stabilisiert sich zwar, steht aber wegen dieser Inflationssorgen ebenfalls unter Druck.

Adobe und Shell legen Zahlen vor

Abseits der geopolitischen Lage richtet sich der Blick der Anleger auf die Quartalsergebnisse von Adobe und dem Ölkonzern Shell. Adobe gilt als Gradmesser für den Softwaremarkt, während Shell-Zahlen angesichts der Ölpreisturbulenzen mit besonderer Spannung erwartet werden.

Etwas Erleichterung hatte zuletzt der Cloud-Riese Oracle geliefert: Besser als erwartete Ergebnisse und eine optimistische Prognose zur KI-Nachfrage stützten die Stimmung am Mittwoch. Der technologielastige Nasdaq Composite schloss dank dieser Impulse leicht im Plus. Im Hintergrund brodeln jedoch weitere Themen – darunter Unsicherheiten rund um US-Zölle, Turbulenzen im Private-Credit-Markt und Fragen zur Rentabilität milliardenschwerer KI-Investitionen.

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